Stefan Ziller

GRÜN für Marzahn, Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Hellersdorf

Baumschutz Kaulsdorf Marzahn - Hellersdorf Umwelt und Naturschutz 

Bushaltestelle am S Kaulsdorf – noch immer kein Schatten in Sicht

Bereits vor einem Jahr habe ich öffentlich darauf hingewiesen, dass der Vorplatz am S-Bahnhof Kaulsdorf dringend einen Baum als Schattenspender braucht – seither bleibt die Forderung unbearbeitet. Trotz wiederholter Nachfragen bei Senat, Bahn und BVG ist weiterhin keine konkrete Umsetzung erfolgt (Drucksache 19/23498). Die BVG verweist auf beengte Platzverhältnisse und technische Anforderungen – eine Baumpflanzung sei angeblich unmöglich. Folien für Haltestellendächer würden zwar theoretisch Schatten schaffen – doch auch hierzu fehlt bisher jegliche Planung.

Auch eine Bewertung der Hitzesituation vor Ort wurde seitdem nicht angestoßen. Weder der Senat noch die BVG haben 2024 oder 2025 eine Ortsbegehung durchgeführt. Das Straßen- und Grünflächenamt prüft immerhin mögliche Baumstandorte rund um die Buswendeschleife – doch das ist längst überfällig und nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Währenddessen hat der Senat mit dem Hitzeaktionsplan und dem Entsiegelungsprojekt Maßnahmen auf Landesebene angekündigt. Diese umfassen 72 Vorhaben, von stadtplanerischen Anpassungen bis zur Stadtbaumkampagne. Doch zwischen groß angekündigter Strategie und der Realität am Kaulsdorfer Vorplatz klafft eine Lücke: Konkrete Taten sind nötig, nicht nur schöne Schlagzeilen.

Frage 1: Was tut der Senat um am S Kaulsdorf die Aufenthaltsqualität angesichts zunehmender sommerlicher Hitzebelastungen für BürgerInnen und insbesondere für vulnerable Gruppen zu verbessern?
Frage 2: Ist seitens des Senats und/oder der BVG in den Jahren 2024 oder 2025 eine Ortsbegehung zur Bewertung der Hitzesituation erfolgt? Wenn ja mit welchem Ergebnis? Wenn nein, warum nicht?

Zur konkreten Situation vor Ort teilen der Bezirk Marzahn-Hellersdorf und die DB mit, dass die angesprochene Fläche der BVG gehöre.

Die BVG teilt dazu mit: „Es wurde keine Bewertung der Hitzesituation vorgenommen, sondern die bauliche Umsetzbarkeit der Baumpflanzung geprüft, siehe Punkt 3.“

Unabhängig von der Situation vor Ort hat der Senat in den letzten Monaten einen Hitzeaktionsplan für das Land Berlin erarbeitet. Der Hitzeaktionsplan umfasst 72 Maßnahmen, die auf den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung, die Sensibilisierung für Hitzegefahren und die Steigerung der Hitzeresilienz ausgerichtet sind. Darunter befinden sich unter anderem stadt- und bauplanerische Maßnahmen zur Anpassung an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels, wie beispielsweise dieEntwicklung eines gesamtstädtischen Entsiegelungsprogramms, eine klimaangepasste und nachhaltige Grünanlagenentwicklung, die Schaffung blau-grüner Infrastrukturen und multikodierter Klimakomfortplätze, Dach- und Fassadenbegrünungen sowie die Fortführung der Stadtbaumkampagne. Mit diesen Maßnahmen soll die Aufheizung von Oberflächen reduziert und somit die Hitzebelastung in der Stadt verringert werden, um die negativen Auswirkungen von Hitze auf die menschliche Gesundheit, insbesondere bei älteren Menschen, Kindern und Personen mit Vorerkrankungen zu minimieren.

Frage 3: Welche Ergebnisse hat die Prüfung von zusätzlichen Baumbepflanzung sowie weiteren schattenspendenden Maßnahmen wie z.B. der Verschattung von Haltestellendächern mittels Folien für den Bahnhofsvorplatz am S Kaulsdorf durch die BVG ergeben?

Die BVG teilt dazu mit: „Baumpflanzungen sind auf Grund beengter Platzverhältnisse nicht möglich. Eine Verschattung der Haltestellendächer durch Folien wäre möglich.“

Frage 4: Welche Möglichkeiten gibt es am südlichen Ende der Bushaltestellen einen Baum zu pflanzen?

Die BVG teilt dazu mit: „Für zusätzliche Baumpflanzungen ist kein Platz vorhanden. Auf der Südseite der Haltestelle befindet sich ein Kabelschacht und der Fahrbahnbereich wird im Rahmen des Projekts Stella (Errichtung von Endstellenladern zur Elektrifizierung der Busflotte) zur Einhaltung von Kehrbögen und Sicherheitsabständen gemäß Betriebsordnung benötigt. Im Bereich der Einstiegshaltestellen befinden sich zudem zwei größere Bäume, die bei vorhandenem Blattwerk Schatten spenden.“

Frage 5: Mit welchem Ergebnis ist eine Prüfung möglicher weiterer Baumstandorte als Schattenspender im Umfeld der Buswendeschleife erfolgt?

Die BVG teilt dazu mit: „Weitere Baumstandorte im Umfeld der Buswendeschleife zu eruieren, obliegt nicht dem Verantwortungsbereich der BVG.“

Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf teilt dazu mit: „Aktuell erfolgt noch eine Prüfung im Straßen- und Grünflächenamt, um weitere Baumstandorte als Schattenspender im Umfeld der Buswendeschleife zu identifizieren und zu entwickeln. Hier sind jedoch umfangreiche Abstimmungsarbeiten mit dem Straßenbaulastträger und Versorgungsunternehmen notwendig, um alle Anforderungen und Bedürfnisse entsprechend zu berücksichtigen.“

Zu Flächen, die nicht zum öffentlichen Straßenland gehören, könne der der Bezirk keine Aussagen machen.

Frage 6: Mit welchem Ergebnis ist eine Prüfung möglicher Entsiegelungspotentiale erfolgt, um das Aufheizen des Asphalts an Hitzetagen zu reduzieren und damit Menschen und Tier vor Hitze zu schützen?

Die BVG teilt dazu mit: „Bisher ist keine detaillierte Bewertung der Entsiegelungspotentiale erfolgt. Eine solche Bewertung wird regelmäßig nur bei Neubau-Projekten durchgeführt.“

Unabhängig von der konkreten Situation vor Ort verfolgt der Senat mit dem laufenden Projekt „Erfassung von Entsiegelungspotenzialen in Berlin“ das Ziel, eine aktive Verbesserung der Berliner Bodenqualität zu erreichen, indem versiegelte ungenutzte Flächen, die dauerhaft entsiegelt werden können, erfasst werden. Im Rahmen des Projektes wurden Recherchen in den Berliner Bezirken durchgeführt, die ermittelten Flächen und Informationen in einer Datenbank zusammengeführt und in einer Umweltatlaskarte dargestellt. Weitere Informationen zum Projekt finden sich unter folgenden Links:

https://www.berlin.de/sen/uvk/umwelt/bodenschutz-und-altlasten/vorsorgender-bodenschutz/vorsorgender-bodenschutz-nichtstofflich/entsiegelungspotenziale/
https://www.berlin.de/umweltatlas/boden/entsiegelungspotenziale/fortlaufend-aktualisiert/karten/

Mit der Erarbeitung eines gesamtstädtischen Entsiegelungsprogramms für das Land Berlin soll ein strategischer und konzeptioneller Rahmen zur Stärkung der Entsiegelung und Wiederherstellung von Bodenfunktionen im Land Berlin auch vor dem Hintergrund urbaner Klimaanpassung geschaffen werden. Ein Schwerpunkt des Entsiegelungsprogramms liegt in der Erfassung, Analyse und Priorisierung der Berliner Entsiegelungspotenzialflächen sowie in der Ableitung von Entsiegelungszielen unter Beachtung des wachsenden Nutzungsdrucks auf die Flächen in der wachsenden Stadt. Die Ergebnisse sollen bis Ende 2026 vorgelegt werden. Weitere Informationen zum Projekt finden sich unter folgendem Link: https://www.berlin.de/sen/uvk/umwelt/bodenschutz-und-altlasten/berliner-entsiegelungsprogramm/.

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