Ostbahn: weiter nur jeder zweite Zug der RB 26 mit Halt in Mahlsdorf
Die Ostbahn zwischen Berlin(-Mahlsdorf) und Müncheberg ist für viele Menschen eine wichtige Anbindungen ans Berliner Umland. Bisher verkehren die Züge der RB 26 zwischen Lichtenberg und Münchberg zwar alle 30 Minuten, in Mahlsdorf gibt es aber nur ein Halt pro Stunde. Da mich immer wieder Menschen ansprechen, warum der Zug nicht wie in Lichtenberg und Strausberg alle 30 Minuten halten kann, habe ich dies den Senat gefragt (Drucksache 19/24267). Die Antwort ist kurz: “Es besteht derzeit nicht die Absicht, den genannten Halt umzusetzen.” Das finde ich unverständlich. Denn die Aufnahme eines 30-Minuten-Takts MIT einem Halt in Mahlsdorf ist seit vielen Jahren im Gespräch. Ich werde mich weiter für einen Halt aller Züge der RB 26 in Mahlsdorf einsetzen.
Auch zum Thema Zuverlässigkeit habe ich nach einer Perspektive gefragt. Hier sieht der Senat zumindest das Problem: “Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Linie RB26 ist aus Sicht des Senates aktuell nicht zufriedenstellend.” Wesentliche Gründe sind demnach die erforderlichen und noch laufenden Hauptuntersuchung von Bestandsfahrzeugen der NEB und die verspätete Lieferung der Neufahrzeuge der NEB durch den Schienenfahrzeughersteller. Während die Neufahrzeuge zwischenzeitlich geliefert wurden, laufe die Hauptuntersuchung der Bestandsfahrzeuge noch.
Auch die Antwort zur geplanten der Elektrifizierung der Strecke und dem zweigleisigen Ausbau macht wenig Hoffnung auch schnelle Verbesserungen: Der Senat möchte “gemeinsam mit dem Land Brandenburg die Planung bis zur Baureife erreichen […] die DB InfraGO AG [wurde] von den Ländern Berlin und Brandenburg beauftragt, die Grundlagenplanung (Leistungsphasen 0/1) für die erforderlichen Ausbaumaßnahmen aufzunehmen. Diese Planungen laufen derzeit.”
Frage 1. Wann wird die Umsetzung eines 30-Minuten-Takts im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) der Linie RB 26 zwischen Berlin und Müncheberg auch am Haltepunkt S Bahnhof Mahlsdorf Realität (also Menschen sehen nicht nur den durchfahrenden Zug, sondern können ein- und aussteigen)?
Es besteht derzeit nicht die Absicht, den genannten Halt umzusetzen.
Frage 2. Wie bewertet der Senat die Taktzuverlässigkeit der Ostbahn der Linie RB26 zwischen Berlin und Müncheberg?
Die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Linie RB26 ist aus Sicht des Senates aktuell nicht zufriedenstellend. Naturgemäß ist die betriebliche Abwicklung der Verkehre mit der im Dezember 2024 erfolgten Taktverdichtung zwischen Berlin und Müncheberg zwar herausfordernder geworden, allerdings aus Sicht des Senats durchaus leistbar. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) erörtern die Betriebsqualität der Linie RB26 daher regelmäßig in Qualitätsgesprächen mit der Betreiberin NEB. Wesentliche Gründe für die Schwierigkeiten sind bzw. waren unter anderem die erforderliche und noch laufende Hauptuntersuchung von Bestandsfahrzeugen der NEB und die verspätete Lieferung der Neufahrzeuge der NEB durch den Schienenfahrzeughersteller.
Während die Neufahrzeuge zwischenzeitlich geliefert wurden, läuft die Hauptuntersuchung der Bestandsfahrzeuge noch. Die NEB hat bereits weitere Maßnahmen zur Behebung der Mängel eingeleitet, auch mit dem Ziel, die Anzahl an Fahrzeugen, die mit leichten Schäden nicht eingesetzt werden können, zu verringern. Die Maßnahmen befinden sich allerdings noch in Umsetzung. Durch o.g. Umstände sind vorübergehend weniger Fahrzeuge verfügbar als vertraglich vorgesehen. In der Folge müssen die Fahrten der RB26 in Lichtenberg mit kurzer Wendezeit auf die Folgefahrt wenden und können nicht, wie eigentlich vorgesehen, mit einer sog. überschlagenden Wende mit längerer Wendezeit am Bahnhof Ostkreuz vollziehen. Hierzu wäre ein weiterer Zug erforderlich. Im Ergebnis übertragen sich damit Verspätungen wesentlich schneller auf die Folgefahrten. Zudem muss die NEB einige Zugfahrten vorübergehend mit geringerer Kapazität als vertraglich vereinbart durchführen. Hierdurch verlängern sich in einzelnen Fällen auch die Ein- und Ausstiegszeiten, wodurch die Pünktlichkeit der Linie negativ beeinflusst wird.
Frage 3. Welche Fortschritte gibt es im Hinblick auf den geplanten zweigleisigen Ausbau der Ostbahn und der Elektrifizierung der Strecke?
Der Senat setzt sich für eine Elektrifizierung und den zweigleisigen Ausbau ein und möchte gemeinsam mit dem Land Brandenburg die Planung bis zur Baureife erreichen. Die DB InfraGO AG wurde von den Ländern Berlin und Brandenburg beauftragt, die Grundlagenplanung (Leistungsphasen 0/1) für die erforderlichen Ausbaumaßnahmen aufzunehmen. Diese Planungen laufen derzeit.
Frage 4. Mit welchen Verbesserungen für die Ostbahn ist in den kommenden Jahren zu rechnen?
Mit vollständiger Inbetriebnahme der Neufahrzeuge, dem absehbaren Abschluss der Hauptuntersuchungen der Bestandsfahrzeuge in den kommenden Monaten und den Maßnahmen zur Reduzierung der Schadstände und Erhöhung der Flotteneinsatzbereitschaft ist davon auszugehen, dass sich die Fahrzeugverfügbarkeit der NEB merklich verbessert. Hierdurch kann die o.g. überschlagende Wende eingeführt und die vertraglich geforderte Kapazität erbracht werden, sodass zu erwarten ist, dass der Betrieb der Linie RB26 künftig stabiler werden wird.
