Beerenpfuhl in Hellersdorf: Renaturierung als Beitrag zum Biodiversitätsschutz und zur Wasserrückhaltung
Der Beerenpfuhl gehört zur Hönower Weiherkette und liegt in einem wichtigen Landschaftsschutzgebiet. Seit mehreren Jahren ist der Pfuhl trockengefallen und verlandet. Ursache dafür sind anhaltende Trockenheit, sinkende Regenwassereinträge und der fehlende Zufluss aus der Weiherkette. Um den Lebensraum wiederzubeleben, planen die Berliner Wasserbetriebe (BWB) nun die Renaturierung durch eine Wiederbewässerung des Beerenpfuhls. Die Planungen stellen eine Kompensationsmaßnahme für Eingriffe durch den Betrieb des Wasserwerks Kaulsdorf dar. Im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung vor Ort informierten die BWB über den Stand der Planungen.
Ziel der Renaturierung ist es, das Gewässer wieder vollständig und ganzjährig wasserführend sowie naturnah umzugestalten. Damit sollen Amphibienlebensräume geschaffen und Habitatstrukturen für Vogelarten erhalten werden. Ein Schilfgürtel und strukturreiche Ufervegetation sollen deren Ansiedlung begünstigen; offene Wasserflächen, Ufervegetation sowie buchtenreiche Bestände von Schilf und Rohrkolben unterstützen das Nahrungs- und Brutangebot. Als Zielarten wurden mehrere geschützte Arten genannt: bei den Amphibien Moorfrosch und Wechselkröte, bei den Vögeln Drossel- und Teichrohrsänger sowie Zwergtaucher und Tafelente.
Langfristig sollen stabile Wasserstände in Teichen und Nebengewässern zur Förderung der Biodiversität beitragen. Vorgesehen ist eine Wiederbewässerung durch kontrollierte Regenwassereinleitung aus dem angrenzenden Wohngebiet. Das gesammelte Oberflächenwasser soll einer Regenwasserbehandlungsanlage zugeführt, dort gereinigt und anschließend schubweise in den Beerenpfuhl geleitet werden. Den Hochrechnungen der BWB zufolge soll die zugeführte Wassermenge mehr als das Doppelte des derzeitigen Jahresniederschlags auf den Beerenpfuhl betragen. In Abstimmung mit dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, Umwelt- und Naturschutzamt, soll das betreffende Gebiet dafür von der Kanalisation abgekoppelt werden: Das Oberflächenwasser soll künftig nicht mehr in den Kanal, sondern über eine Regenwasserbehandlungsanlage gereinigt in den Beerenpfuhl geleitet werden. Zur Reinigung ist der Bau eines Regenwasserrückhaltesystems einschließlich Wasserablauf und Sedimentationsbecken vorgesehen. Im Sedimentationsbecken sorgen verdichtete tonige Erdbausubstrate für eine langsame Versickerung und Reinigung des Wassers.
Die Bauphase beginnt bereits im September 2026, die Fertigstellung ist voraussichtlich für Juni 2027 geplant. Während der Bauzeit kommt es durch Sperrungen zu Einschränkungen bei Wegen und Zugängen. Zudem wurde angekündigt, dass die bestehenden Weiden und Wurzelstöcke im Beerenpfuhl entfernt werden müssen, um einen Wiederaustrieb zu verhindern und den Wasserstand zu erhöhen. Das Gebiet rund um den Beerenpfuhl ist Teil einer ehemaligen Rieselfeldanlage Hellersdorfs, die bis in die 1970er-Jahre in Betrieb war. Problematisch ist dabei, dass Schadstoffbelastungen nachgewiesen wurden. Die übrigen Bäume sollen hingegen durch eine besonders schonende Vorgehensweise unberührt bleiben. Nach Abschluss der Bauarbeiten sollen die entnommenen Weiden zum Bau von Benjeshecken am Beerenpfuhl genutzt werden.
Die Maßnahme umfasst eine 30-jährige Verpflichtung zur Pflege und Unterhaltung der Renaturierung sowie der Regenwassernutzungsanlage. Die Baukosten belaufen sich auf rund 1,5 Mio. Euro; weitere 1,5 Mio. Euro sind als laufende Unterhaltungskosten einkalkuliert. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über die Trinkwassergebühren. Die Maßnahme erfordert eine Koordination mit anderen Planungen rund um die L33. Nach Angaben der BWB ist die Renaturierung in die L33-Maßnahmen eingebunden; mögliche spätere Wassereinträge durch die L33 müssen dabei planerisch berücksichtigt werden. Anwohnerinnen und Anwohner sollen fortlaufend über den Fortgang der Maßnahme informiert werden.
