Berlins neue Open-Source-Strategie ist unambitioniert
Im Ausschuss für Digitalisierung und Datenschutz wurde am 12. Januar 2026 die von Wirtschaft und Zivilgesellschaft lang erwartete Open-Source-Strategie für Berlin vorgestellt. Mein Fazit: die Strategie ist ein wichtiger Schritt, aber angesichts der Weltlage zu unambitioniert. Der Anspruch 2026 lediglich eine zentrale Funktion zur Koordination zu etablieren, ist zu wenig für einen Regierenden Bürgermeister, der die Digitalisierung einmal zur Chefsache machen wollte. Mit der Strategie läuft der Senat mal wieder den eigenen Sonntagsreden hinterher.
Zuletzt musste der Senat selbst eingestehen , dass von 82 Fachverfahren in der IT-Bestands- und Planungsübersicht (IT-BePla) nur fünf nach einem zweiten Blick wirklich als Open-Source-Software gelten können. Mindestens 36 sind in Wahrheit Closed Source. Dem Senat fehlt offenkundig es an Wissen und am Willen, die digitale Souveränität wirklich voranzubringen. Das Scheitern zeigt sich beispielhaft an OpenDesk. Mit dieser Open-Source-Software-Suite liegt eine geeignete Option vor, die inzwischen sogar vom Internationalen Strafgerichtshof eingesetzt wird. In Berlin trotz mehrfacher Hinweise: Fehlanzeige.
Wie kann die Strategie schneller mit Leben gefüllt werden? Im ersten Quartal 2026 wirklich erfassen, wie viel Open Source in Berlin eingesetzt wird. Diese dann auf OpenCode veröffentlichen (sofern das nicht im Einzelfall schon erfolgt ist). Gleichzeitig Mitarbeiter*innen in der Verwaltung schulen, besonders in den Vergabestellen. Ich halte es für möglich bis Ende 2026 einen Plan zu entwickeln: Wann kann welche Softwarelösung durch eine Open-Source-Alternative abgelöst werden.
Und wichtig: es braucht die Bereitschaft OpenSource wirklich zu leben. Dies sollte im Verbund mit Bund, Ländern und Kommunen erfolgen. Nötig sind etwa Investitionen in neue Open-Source-Entwicklungen oder Gespräche mit Anbietern, um bestehende Software zu öffnen. Helfen würde auch ein klares Ziel. Mein Vorschlag: bis 2035 soll sämtliche Software Open-Source sein.
Hinweis: einen Link zur vollständigen Strategie des Senats ergänzen wir, sobald der Senat die Strategie veröffentlicht hat.

die strategie ist vor allem inkompetent. Und wie das nunmal ist wenn Leute überhaupt keine Kompetenz für die ihnen übertragene Aufgaben haben, dann folgen sie Kompensierungsstrategien. In diesem Falle, jede Menge Scheinziele, zur organisation und verwaltung, zum “managen” der großen Aufgabe, die ja jemand anderes machen muss dann. Weil man es selber nicht kann.