Stefan Ziller

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Berlins Verwaltung und Microsoft Office: Eine verpasste Chance

Im Dezember 2025 verkündete Schleswig-Holstein, dass 80 Prozent der Arbeitsplätze auf quelloffene Office-Alternativen umgestellt worden seien. Berlin hingegen bleibt erneut hinter seiner eigenen Open-Source-Strategie zurück und antwortet lapidar: „Eine Umstellung von Microsoft-Office auf eine Alternative ist dem Senat nicht bekannt.” (Drucksache 19/25211)

Dabei läge eine Chance auf der Hand: Im Oktober 2026 läuft der Support für Microsoft Office 2021 aus. Die rund 5.320 Arbeitsplätze, die dann laut Berliner IKT-Architekturrichtlinie 2.0 ohnehin aktualisiert werden müssen, könnten auf eine souveräne quelloffene Alternative umgestellt werden.

Der Berliner Senat sollte seine eigene Open-Source-Strategie ernst nehmen und für die Berliner Verwaltung wenigstens ein zusätzliches Open-Source Office bereitstellen. Dies wäre ein erster Schritt, die Open-Source-Strategie mit Leben zu füllen. Wir schlagen darüber hinaus vor, dafür ein klares zeitliches Ziel zu setzen: Bis 2035 soll die gesamte Software der Berliner Verwaltung Open Source sein. Ohne Ambitionen und ohne messbare Ziele werden Chancen nicht genutzt.

1. Wie viele Microsoft Office 2019 Lizenzen, deren Support im Oktober 2025 auslief, werden in den einzelnen Senatsverwaltungen, nachgeordneten Behörden und Bezirken noch aktiv genutzt?

Mit der IKT-Architektur, Version 1.9.5 im April 2024 wurde der Einsatz von Microsoft Office 2019 ab 14.10.2025 verboten.

2. Wie viele Microsoft Office 2021 Lizenzen, deren Support Oktober 2026 ausläuft, werden in den einzelnen Senatsverwaltungen, nachgeordneten Behörden und Bezirken noch aktiv genutzt?

Auf 5.320 Arbeitsplätzen werden Microsoft Office 2021 Lizenzen noch aktiv genutzt. Die derzeit aktuelle IKT-Architekturrichtlinie 2.0 ist diesbezüglich durch die betroffenen Dienststellen umzusetzen.

3. Bis wann werden diese auf eine aktuelle Microsoft Office Versionen aktualisiert oder eine Alternative zu Microsoft Office umgestellt?

Die betroffenen Behörden planen eigenverantwortlich die Umstellung auf eine aktuelle Office-Version innerhalb des zweiten Quartal 2026. Einzelne Behörden werden im Rahmen der Einführung des IKT-Arbeitsplatzes umgestellt. Eine Umstellung von Microsoft-Office auf eine Alternative ist dem Senat nicht bekannt.

4. Wie stellt der Senat im Rahmen einer gesamtstädtischen Steuerung sicher, dass alle Senatsverwaltungen, nachgeordneten Behörden und Bezirke mit aktueller Office-Software arbeiten?

Über die IKT-Architektur wurde festgesetzt, dass ausschließlich supportete Software eingesetzt werden darf. Bereits mit der IKT-Architektur, Version 1.9.5 im April 2024 wurde der Einsatz von Microsoft Office 2019 ab 14.10.2025 verboten. Gegebenenfalls werden weitere Maßnahmen der gesamtstädtischen Steuerung (bspw. über die neuen Instrumente des Landesorganisationsgesetzes) ergriffen.

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