Stefan Ziller

GRÜN für Marzahn, Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Hellersdorf

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Freibad am Kienberg bauen – Machbarkeitsstudie stoppen – 50.000€ retten

Das Freibad für Marzahn-Hellersdorf wird vom Senat auf die lange Bank geschoben. Statt Planung und Ausschreibung für die Typenschwimmhalle mit Außenbecken endlich aufzunehmen, soll nun noch eine 50.000€ teure erneute Machbarkeitsstudie durchgeführt werden. Eine aktuelle Anfrage zeigt aber, dass diese keine neuen Informationen erbringen wird (Drucksache 19/25019). Dazu schreibt der Senat darin selbst: “Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, ein optionales Außenbecken im Zuge der Ausschreibung unter Berücksichtigung der geltenden vergaberechtlichen Regelungen und Bewertungskriterien zu berücksichtigen.” Warum nicht diesen direkten Weg gehen?

Insbesondere ist eine vergleichende Machbarkeitsstudie zwischen Typenschwimmhalle ohne und mit Außenbecken überflüssig, nachdem Sportsenatorin Spranger bei der Sportehrung angekündigt hat, dass Geld für die Schwimmhalle mit Außenbecken gesichert ist und bereits die Machbarkeitsstudie für den B-Plan die nötigen Einpassungen etc. untersucht hat. Die 50.000€ sollten besser in Erhalt der bezirklichen Sportanlagen fließen.

Seit langem wird in Marzahn-Hellersdorf über ein Freibad diskutiert. Nach einer Rückstufung des geplanten Kombibad aus Freibad und Schwimmhalle auf eine einfache Typenschwimmhalle, scheint nun immerhin klar: es wird ein Außenbecken und damit etwas ähnliches wie ein Freibad geben. Mit dem Beteiligungsverfahren für den Bebauungsplan 10-118 (Multifunktionsbad) hat das Bezirksamt bereits eine erste Grundlage geschaffen. Diese gilt es nun abzuschließen und unmittelbar in die Bauplanung einzusteigen. Weitere Machbarkeitsstudien sind dafür nicht nötig.

1. Wie ist der Stand, das Ziel und der Zeitplan für die angekündigte Machbarkeitsstudie zum Thema Freibad Kienberg zur Frage, ob eine Typenschwimmhalle ein Außenbecken bekommen kann?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt befindet sich die Machbarkeitsstudie in der Vorbereitungsphase. Im Anschluss ist die Ausschreibung vorgesehen. Gegenstand und Inhalte der neu auszuschreibenden Machbarkeitsstudie sind demnach:

1. Variantenuntersuchung
Es sind zwei Varianten zu untersuchen und vergleichend darzustellen. Für beide Varianten sind die betrieblichen Abläufe, die Nutzertrennung (Schule, Verein, Öffentlichkeit), saisonale Unterschiede sowie organisatorische Anforderungen zu berücksichtigen.
Variante 1: Hallenbad mit

  • Sportbecken 25×16,66 m
  • Lehrschwimmbecken 10×16,66 m

Variante 2: Hallenbad wie Variante 1 und mit zusätzlichem Außenbereich

  • Außenbecken 25×16,66 m
  • Freiförmige Poollandschaft
  • ergänzende Neben- und Funktionsgebäude (z. B. Umkleiden, WC-Anlagen, Duschen, Technikräume, ggf. Bistro)
  • saisonale Nutzung und betriebliche Abgrenzung zwischen Innen- und Außenbetrieb

2. Standortbezogene Analyse: Plateau im Jelena-Šantić-Friedenspark
Ein zentraler Bestandteil der Machbarkeitsstudie ist die vertiefte Untersuchung der standortspezifischen Gegebenheiten. des Plateaus des Jelena-Šantić-Friedensparks: Untersucht werden sollen u. a.:

  • Topografie und Höhenlage des Plateaus
  • Auswirkungen der erhöhten Lage auf Erschließung, Bauweise und Betrieb
  • Schnittstellen zu bestehenden Park- und Wegeflächen
  • Restriktionen und Chancen aus der Lage im Landschafts- und Erholungsraum
  • Optimale Lageausrichtung unter Berücksichtigung Solarnutzung, Windeinflüsse, Erschließung, Betriebskonzept, Flucht-Rettungswege und Bestandsflächen

3. Erschließung, Zuwegungen sowie Flucht- und Rettungswege
Vor dem Hintergrund der exponierten Lage auf dem Plateau sind die Zuwegungen für Badegäste sowie die inneren und äußeren Flucht- und Rettungswege vertieft zu untersuchen. Dabei sind insbesondere folgende Aspekte zu betrachten:

  • Fußläufige, Rad-verkehrliche und ggf. motorisierte Erschließung
  • Barrierefreie Zuwegungen und Zugänge
  • Trennung von Besucher-, Betriebs- und Lieferverkehren
  • Anordnung und Leistungsfähigkeit von Rettungswegen
  • Berücksichtigung von Höhenunterschieden und Steigungen
  • Anfahrbarkeit für Rettungsdienste und Feuerwehr
  • Erschließungsmöglichkeiten durch Fernwärme und Wasser

4. Integration der Außenflächen und Einbindung in die „Gärten der Welt“
Für die Variante mit Außenbereich ist die gestalterische, funktionale und landschaftliche Integration der Außenflächen in den umgebenden Parkraum besonders zu untersuchen.
Dabei soll die Nähe zu den Gärten der Welt berücksichtigt werden. Untersuchungsinhalte sind u. a.:

  • Gestaltung und Nutzung der Außenflächen im Übergang zwischen Bad und Park
  • Abgrenzung und Durchlässigkeit (Sicherheit, Betriebszeiten, Sichtbeziehungen)
  • Wechselwirkungen zwischen Badebetrieb und Erholungsnutzung des Parks
  • Möglichkeiten der landschaftsarchitektonischen Einbindung

5. Raum- und Flächenkonzept für beide Varianten
Für beide untersuchten Varianten ist jeweils ein Raum- und Flächenkonzept zu entwickeln, das die betrieblichen Anforderungen, die Standortbedingungen und die Erschließung berücksichtigt. Gleichzeitig soll ein Raumprogramm nach DIN 277 für zwei Varianten erstellt werden als auch die Berechnung der Bruttorauminhalte (BRI) und Bruttogeschossfläche (BGF) erfolgen.
Die Konzepte sollen mindestens umfassen:

  • Funktionszusammenhänge der einzelnen Bereiche
  • Flächenkennwerte und Flächenbilanzen
  • Grobe Anordnung der Baukörper auf dem Grundstück
  • Schnittstellen zwischen Innen- und Außenbereichen
  • Erweiterungs- und Anpassungsoptionen

6. Erstellung von Flächenlayouts
Für beide untersuchten Varianten ist jeweils auf Grundlage der erzielten Ergebnisse ein Flächenlayout in Form eines Lageplans sowie jeweils eine Schnittzeichnung in Längs- und Querrichtung im Maßstab 1:500 zu erstellen.

Ergebnis und Nutzen der Machbarkeitsstudie
Die neue Machbarkeitsstudie soll abschließend eine zusammenfassende Bewertung der beiden Varianten liefern und deren jeweilige Chancen, Risiken und Rahmenbedingungen transparent darstellen. Sie bildet damit die Grundlage für:

  • die weitere Präzisierung des Bebauungsplanverfahrens
  • verwaltungsinterne Entscheidungsprozesse,
  • sowie die Vorbereitung der folgenden Planungs- und Vergabeschritte.

2. Welche Informationen gibt es inzwischen zur geplanten Typenschwimmhalle (Maße, Hersteller,
Ausschreibungen, Preis)?

Details zu erwarteten Abmessungen oder Kostenschätzungen können erst nach Abschluss der Machbarkeitsstudie benannt werden.

3. Welche Gespräche mit welchen potenziellen Herstellern wurden vom Senat dazu geführt? Wann haben
diese stattgefunden?

Die BBB haben im zweiten Halbjahr 2025 eine Markterkundung durchgeführt. In diesem Rahmen wurden Hersteller, die Schwimmbäder in Modulbauweise sowie in klassischer Massivbauweise schlüsselfertig anbieten, angefragt. Ziel der Markterkundung war es, einen Überblick über marktübliche Bauweisen sowie betriebliche und funktionale Konzepte zu
erhalten.

4. Wurde von Seitens des Senats bei einem der potenziellen Hersteller gefragt, ob und zu welchen Konditionen ein Außenbecken bestellbar ist? Wenn ja, mit welchem Ergebnis? Welchen Preisunterschied hätte eine Nachrüstung?

Im Zuge der Markterkundung im zweiten Halbjahr 2025 wurde von den BBB ein Betriebskonzept mit technischer Vorrüstung für ein optional nachrüstbares Außenbecken abgefragt. Konditionen für optional bestellbare Außenbecken waren nicht Bestandteil der Markterkundung.

5. Ist es möglich, ein optionales Außenbecken bei der Ausschreibung einfach abzufragen und ggf. sogar bei der Bewertung positiv einfließen zu lassen? Wie steht der Senat dazu?

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, ein optionales Außenbecken im Zuge der Ausschreibung unter Berücksichtigung der geltenden vergaberechtlichen Regelungen und Bewertungskriterien zu berücksichtigen.

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