Für Olympia soll renaturierter Kienbergpark wieder zerstört werden
Der Senat hat erst begonnen, den Kienbergpark mit über 13.000 neu gepflanzten Gehölzen ökologisch aufzuwerten – jetzt soll für eine olympische Mountainbike-Strecke genau dieser Wald wieder plattgemacht werden. Dies wurde anlässlich der Baurundfahrt des Hauptausschusses bestätigt. Das ist nicht nur ein ökologischer Irrsinn, sondern macht das Berliner Ökokonto als Instrument nachhaltiger Stadtentwicklung zur Farce. Ich fordere den Senat auf, diese Pläne sofort zu stoppen.
Erst im Januar 2024 hat Grün Berlin im Kienbergpark mit der Umsetzung umfangreicher Kompensationsmaßnahmen im Rahmen des Berliner Ökokontos begonnen. Auf 9,1 Hektar werden bis 2029 für rund 4,7 Millionen Euro ein stabiler Laubmischwald aufgebaut, vielfältige Waldränder angelegt und artenreiche Offenlandflächen entwickelt. Das Geld dafür kommt aus öffentlichen Mitteln – vorfinanziert durch das Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA), refinanziert durch Bauvorhaben, die anderswo in die Natur eingreifen.
Das Berliner Ökokonto ist ein zentrales Instrument, um Berlins Wachstum mit Naturschutz zu verbinden: Bevor Flächen für den Wohnungsbau oder andere Projekte versiegelt werden, werden an anderer Stelle Ausgleichsmaßnahmen bevorratet. Der Kienbergpark ist eines dieser Ausgleichsprojekte – ihm wurden bereits zwei konkrete Bauvorhaben zugeordnet, die auf seine Ökokonto-Punkte angewiesen sind. Wird der Park nun für eine Mountainbike-Strecke umgebaut, bricht das gesamte System zusammen: Die Ausgleichspunkte entfallen, die Refinanzierung scheitert, und Berlin verliert wertvolle Jahre im Naturschutz. Das darf nicht passieren.

Ähnliches gilt wohl auch für den in unmittelbarer Nähe gelegenen Friedenspark. Dieser wurde im Zuge der IGA mit heimischen Gehölzen aufgeforstet. Durch den Bau einer “Typenschwimmhalle” AUF dem Berg, werden wohl nicht nur die Anpflanzungen verloren gehen, sondern auch eine beliebte Erholungsfläche für die Bewohner der angrenzenden Wohngebiete, ebenso für die Besucher des Kienbergparks und der Gärten der Welt. Mit der ursprünglichen Idee, der Integration eines Kombibades in den Park hätten wohl viele leben können, ein Großteil der Flächen wäre erhalten geblieben und das Bad hätte sich gut in die bestehende Umgebung eingefügt. Nun werden wir wohl in naher Zukunft das Ergebnis verfehlter Stadtplanung bewundern können: weniger Grün, weniger Platz, ein unansehnlicher Betonklotz an weithin sichtbarer Stelle. Für eine schnödes überdachtes Schwimmbecken wäre der Platz an der Kreuzung Hellersdorfer Straße/ Alte Hellersdorfer Straße die bessere Wahl.
Vielen Dank für den Hinweis. Ich haben diesen Vorschlag schon anderer Stelle gehört und finden ihn überzeugend. Ich werde bei Gelegenheit mal fragen, ob die Verwaltung das so umsetzen kann.
Alles wird zerstört was jetzt so wunderbar geworden ist. Was würde zB. mit den Tieren passieren sobald bebaut wird? Nach den Olympischen Spielen bliebe es ja eine Sportanlage (Nachnutzung), nichts mehr mit Naherholung! Als wir, Anwohner, in das Gebiet um den Friedenspark zogen, gab es einen Bolzplatz. Es was ruhig und schön. Heute ist es ein Naherholungs-und Touristenmagnet, bis 14 Uhr noch schön;). Nun soll das Freibad, mitten rein. Wieder Natur weg. Natürlich benötigen wir ein Bad, aber mitten in einem Wohngebiet? Verkehrschaos vorprogrammiert ( illusorisch das alle mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommen, und der Geräuschpegel wird noch höher sein. Und dann evtl. Sportstätte für die OS?? Mehr Natur kann man nicht vernichten. Nun bin ich ja Anwohner und ich kann mir vorstellen was manche Personen denken. Ach, wie egoistisch und es wäre doch toll so ein großes Areal mit verschiedenen Freizeitmöglichkeiten. Mag sein, aber da in Hellersdorf schon eine unglaubliche Nachverdichtung der ehemals grünen Höfe stattgefunden hat und stattfindet wäre es doch schön alles so zu lassen wie es jetzt ist. Es wurde gerade sehr viel Geld in die Hand genommen um neue Bepflanzungen vorzunehmen und hat es auch schon getan. Na mal sehen was die Zukunft noch so mit sich bringt.