Stefan Ziller

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Für Olympia soll renaturierter Kienbergpark wieder zerstört werden

Der Senat hat erst begonnen, den Kienbergpark mit über 13.000 neu gepflanzten Gehölzen ökologisch aufzuwerten – jetzt soll für eine olympische Mountainbike-Strecke genau dieser Wald wieder plattgemacht werden. Dies wurde anlässlich der Baurundfahrt des Hauptausschusses bestätigt. Das ist nicht nur ein ökologischer Irrsinn, sondern macht das Berliner Ökokonto als Instrument nachhaltiger Stadtentwicklung zur Farce. Ich fordere den Senat auf, diese Pläne sofort zu stoppen.

Erst im Januar 2024 hat Grün Berlin im Kienbergpark mit der Umsetzung umfangreicher Kompensationsmaßnahmen im Rahmen des Berliner Ökokontos begonnen. Auf 9,1 Hektar werden bis 2029 für rund 4,7 Millionen Euro ein stabiler Laubmischwald aufgebaut, vielfältige Waldränder angelegt und artenreiche Offenlandflächen entwickelt. Das Geld dafür kommt aus öffentlichen Mitteln – vorfinanziert durch das Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA), refinanziert durch Bauvorhaben, die anderswo in die Natur eingreifen.

Das Berliner Ökokonto ist ein zentrales Instrument, um Berlins Wachstum mit Naturschutz zu verbinden: Bevor Flächen für den Wohnungsbau oder andere Projekte versiegelt werden, werden an anderer Stelle Ausgleichsmaßnahmen bevorratet. Der Kienbergpark ist eines dieser Ausgleichsprojekte – ihm wurden bereits zwei konkrete Bauvorhaben zugeordnet, die auf seine Ökokonto-Punkte angewiesen sind. Wird der Park nun für eine Mountainbike-Strecke umgebaut, bricht das gesamte System zusammen: Die Ausgleichspunkte entfallen, die Refinanzierung scheitert, und Berlin verliert wertvolle Jahre im Naturschutz. Das darf nicht passieren.

2 Kommentare zu „Für Olympia soll renaturierter Kienbergpark wieder zerstört werden

  • Johann Blub

    Ähnliches gilt wohl auch für den in unmittelbarer Nähe gelegenen Friedenspark. Dieser wurde im Zuge der IGA mit heimischen Gehölzen aufgeforstet. Durch den Bau einer “Typenschwimmhalle” AUF dem Berg, werden wohl nicht nur die Anpflanzungen verloren gehen, sondern auch eine beliebte Erholungsfläche für die Bewohner der angrenzenden Wohngebiete, ebenso für die Besucher des Kienbergparks und der Gärten der Welt. Mit der ursprünglichen Idee, der Integration eines Kombibades in den Park hätten wohl viele leben können, ein Großteil der Flächen wäre erhalten geblieben und das Bad hätte sich gut in die bestehende Umgebung eingefügt. Nun werden wir wohl in naher Zukunft das Ergebnis verfehlter Stadtplanung bewundern können: weniger Grün, weniger Platz, ein unansehnlicher Betonklotz an weithin sichtbarer Stelle. Für eine schnödes überdachtes Schwimmbecken wäre der Platz an der Kreuzung Hellersdorfer Straße/ Alte Hellersdorfer Straße die bessere Wahl.

  • StefanBeitragsautor

    Vielen Dank für den Hinweis. Ich haben diesen Vorschlag schon anderer Stelle gehört und finden ihn überzeugend. Ich werde bei Gelegenheit mal fragen, ob die Verwaltung das so umsetzen kann.

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