Stefan Ziller

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GovTech Campus Berlin: Wissenstransfer vom Open-Source Kompetenzzentrum – oder doch ein Neustart?

Das Berliner Open-Source Kompetenzzentrum (OSK) hat Ende 2024 seine Arbeit beendet – nach gut einem Jahr beim ITDZ. Jetzt soll der neue GovTech Campus Berlin unter anderem das übernehmen, was das OSK angestoßen hat: Marktscreening, Technologie-Scouting, Beratung der Verwaltung. Die Frage ist, ob das aufgebaute Wissen dabei wirklich genutzt wird – oder ob Berlin wieder von vorne anfängt. Die Antworten des Senats auf meine Anfrage (Drucksache 19/26069) lassen Zweifel.

Das OSK hat Präsentationen, Berichte und Konzepte geliefert – darunter etwa eine verwaltungsinterne Roadshow zur Etablierung des Open-Source-Gedankens. Der Senat versichert, diese Ergebnisse seien bei der Konzeption der neuen „Unit GovTech Berlin” berücksichtigt worden. Doch konkret wird er nicht: Was genau aus dem Marktscreening und Technologie-Scouting des OSK übernommen wird, bleibt offen. Dabei hatte ich schon 2023 darauf hingewiesen, dass das OSK einen Grundstein für eine moderne, offene Verwaltung legen sollte – und 2025 gezeigt, dass Berlin bei Open-Source in der Praxis noch weit hinter seinen eigenen Ansprüchen zurückbleibt. Ein weiterer Akteur neben ITDZ, CityLAB und GovTech Campus Deutschland löst dieses Problem nicht automatisch – zumal der GovTech Campus laut Senat ohnehin nur eine Interimslösung bis zur Verstetigung des CityLAB sein soll.

1. Wie wurden die Arbeitsergebnisse des Berliner Open-Source Kompetenzzentrums dokumentiert?

Das OSK hat seine Arbeit gemäß Projektvertrag zum 31.12.2024 abgeschlossen. Das ITDZ Berlin hat die Arbeitsergebnisse dokumentiert und der Senatskanzlei in Form von PowerPoint-Präsentationen, Berichten und Konzepten bereitgestellt – etwa zur Entwicklung einer verwaltungsinternen Roadshow zur Etablierung des Open-Source-Gedankens.

2. Wie sind diese in die Arbeit des neuen GovTech Campus Berlin eingeflossen?

Die Kenntnisse aus der projektbezogenen Arbeit des OSK wurden bei der Konzeption der Unit GovTech Berlin berücksichtigt. Darüber hinaus ist abgesichert, dass die Unit GovTech Berlin die Open-Source-Vorgaben im Land Berlin bei ihrer Arbeit beachtet.

3. In welcher Weise kann der GovTech Campus auf Marktrecherchen und Technologie-Scouting des OSK zurückgreifen?

Die Unit GovTech Berlin übernimmt eine Brücken- und Umsetzungsfunktion zwischen der Berliner Verwaltung und dem GovTech-Ökosystem. Sie fungiert als zentrale Anlaufstelle für Innovations- und Umsetzungsbedarfe aller Berliner Behörden mit dem Ziel, passende GovTech-Lösungen am Markt zu identifizieren, Tests unter Einbindung der Bedarfsträger durchzuführen, Piloten zu ermöglichen und zu skalieren. In diesem Kontext wird die Unit auf etwaige relevante Ergebnisse der projektbezogenen Arbeit des OSK zurückgreifen, etwa im Rahmen des Marktscreenings.

4. Welche Ergebnisse haben Marktrecherchen und Technologie-Scouting des OSK hervorgebracht?

Das OSK fungierte als zentrale Stelle der Berliner Verwaltung im Themenfeld Open Source und unterstützte diese durch Beratung sowie hinsichtlich der Einführung und Nutzung von Open-Source-Software. Die Arbeitsergebnisse umfassten: Präsentationen und Materialien aus Veranstaltungen, Hilfestellungen für die Berliner Verwaltung sowie Empfehlungen für die Einführung und Nutzung von OSS in der Berliner Verwaltung.

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