House of Games: Ein Haus für alle? Nicht ganz.
Das House of Games nimmt Gestalt an – aber mit einer schmerzhaften Lücke. Der aktuelle Fortschrittsbericht (Rote Nr. 2761) macht deutlich: Weder das Computerspielemuseum noch die Internationale Computerspielesammlung werden beim Start dabei sein. Für ein Projekt, das Berlins Spielekultur als Ganzes sichtbar machen soll, ist das ein echter Verlust.
Im September 2025 klang es noch nach einem Meilenstein: Das House of Games sollte im LUX-Quartier entstehen, der Standort war beschlossen, im dritten Quartal 2026 sollten die ersten Mieter*innen einziehen. Damals schien alles trotz offener Fragen auf Kurs. Und grundsätzlich stimmt das noch immer: Mit 18 unterzeichneten Letters of Intent, Ubisoft und dem game-Verband als Großmieter und der WISTA als erfahrener Betreiberin steht das Projekt auf solidem Fundament. Doch nun hakt es bei zwei zentralen Akteuren der Berliner Spielekultur hakt es:
Das Computerspielemuseum bleibt vorerst an seinem Standort in der Karl-Marx-Allee. Eine Integration in das House of Games ist weder geplant noch finanziert. Die Projektförderung läuft weiter (97.000 € jährlich in 2026/27), mit dem Ziel, Vermittlungsarbeit und Kooperationen – etwa mit der Zentral- und Landesbibliothek – fortzuführen. Das ist nicht nichts, aber auch keine langfristige Perspektive für ein Haus, das eigentlich ins House of Games gehört.
Noch unklarer ist die Zukunft der Internationalen Computerspielesammlung (ICS): Ihre Bundesfinanzierung lief zum 30. April 2026 aus. Das Bundesministerium für Forschung, Raumfahrt und Technologie lehnte das gemeinsam mit dem game-Verband entwickelte Konzept für eine institutionelle Förderung als nicht wirtschaftlich genug ab. Der Senat steht zusätzlichen institutionellen Förderungen grundsätzlich skeptisch gegenüber. Wie es mit dem digitalen Erbe weitergeht, ist damit offen.
Das House of Games wird kommen – als Branchenstandort, Innovationshub und Treffpunkt der Industrie. Aber ob es auch ein Ort wird, der Berlins Gameskultur bewahrt und vermittelt, ist noch nicht entschieden.
