Passierschein A38: Mönchengladbach, dann Wiesbaden und jetzt Berlin
Wer kennt das nicht? Asterix und Obelix müssen in Rom den Passierschein A38 besorgen – und landen in einem bürokratischen Endloskreis. Was im 1976 erschienenen Film „Asterix erobert Rom” eine Satire auf absurde Verwaltungsprozesse ist, wird in Mönchengladbach und Wiesbaden zum spielerischen Einstieg in die digitale Verwaltung: Beide Städte bieten ihren Bürger*innen unter dem Namen „Passierschein A38″ eine Online-Dienstleistung an, die es ermöglicht, die BundID und die Online-Ausweisfunktion (eID) ohne Termindruck und ganz ohne Frustration auszuprobieren.
Genau das braucht Deutschland. Der Digital-Index 2024/2025 der Initiative D21 zeigt: Keine Bevölkerungsgruppe erreicht den Zielwert. Es droht ein „Digital Skills Gap” – Deutschland verfehlt das EU-Ziel, bis 2025 eine digitale Basiskompetenz von 70 Prozent zu erreichen. Auch für Berlin heißt das: mehr investieren, mehr ausprobieren, mehr ermöglichen.
Wiesbaden hat den Dienst aus Mönchengladbach bereits nachgenutzt – und Berlin kann das auch. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert den Senat mit dem Antrag „Erst Mönchengladbach, dann Wiesbaden und jetzt Berlin: Passierschein A38″ auf, genau das zu tun (Drucksache 19/3309). Das Projekt wurde vom Deutschen Städte- und Gemeindebund mit dem Siegel „Bewährt vor Ort – ausgezeichnetes Projekt für Bürgerinnen und Bürger” ausgezeichnet. Warum also neu erfinden, was anderswo schon funktioniert? Mehr zum Thema Nachnutzung statt Neuentwicklung gibt es hier.
Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen:
der Senat wird aufgefordert, die ausgezeichnete digitale Dienstleistung „Passierschein A38“ aus der Stadt Mönchengladbach nachzunutzen. Die Berliner*innen sollen spielerisch die ersten Schritte mit der BundID und der Online-Ausweisfunktion (eID) gehen können und mögliche Hemmschwellen abbauen.
