Richtfest in der Bisamstraße: Mahlsdorf wächst – jetzt muss die Infrastruktur nachziehen
Am 21. April 2026 wurde in der Bisamstraße in Mahlsdorf Richtfest gefeiert – für eines der größten Wohnungsbauprojekte im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Die Weiterentwicklung zu energieeffizientem Bauen und sozial verträglichen Mietpreisen ist erfreulich. Dennoch bleibt die Kritik berechtigt, dass die Vorschläge des Bezirks und der Anwohnenden zu wenig berücksichtigt wurden. Bündnis 90/Die Grünen setzen sich seit langem für eine Stadtentwicklung ein, die Bürger*innen in die Planungen einbezieht. Denn so wichtig der Wohnungsbau ist: Eine ausreichende Infrastruktur und ein funktionierendes Verkehrskonzept müssen von Anfang an mitgedacht werden – um Folgeprobleme durch Nachverdichtung zu vermeiden.
Das neue Wohnquartier des Berliner Wohnungsunternehmens degewo entsteht auf dem Gelände zwischen Bisamstraße und Landesgrenze zu Brandenburg. Geplant sind 35 Gebäude: 27 Stadtvillen (je 8 Wohnungen) und 8 Reihenhausgebäude (je 4 Einheiten) – insgesamt 248 Wohnungen, davon 136 gefördert und 108 barrierearme. Der Nettokaltmietzins für die geförderten WBS-Wohnungen beträgt 7 Euro pro Quadratmeter. Zusätzlich vergibt degewo 51 unbebaute Grundstücke in Erbbaurecht, auf denen private Bauherren Einfamilienhäuser errichten können. Die Fertigstellung ist für Sommer 2027 geplant.
Die Gebäude werden in nachhaltiger Holz-Hybrid-Bauweise im Effizienzhaus-40-Standard errichtet, ergänzt durch Geothermie und Photovoltaik. Neben Wohngebäuden entstehen Grünflächen, Mietergärten, Spielplätze und Stellplätze. Im Rahmen eines städtebaulichen Vertrags hat degewo zudem die Kita „Grashüpfer” mit 80 Plätzen an der Stralsunder Straße mitfinanziert, ergänzt durch die neue Gemeinschaftsschule und eine geplante Jugendfreizeiteinrichtung. Das Projekt hatte in der Vergangenheit für Kritik gesorgt – wegen fehlender Infrastruktur, eines unzureichenden Verkehrskonzepts und mangelnder Bürgerbeteiligung. Trotz vieler Debatten starteten die Bauarbeiten 2024.
