Statt ewiger Hoffnung: Nadelöhr Wuhlheide beseitigen und Biesdorf-Süd entlasten
Die aktuellen Pläne für einen Bau der Tangentialverbindung Ost (TVO) sind faktisch eine „Verhinderungsplanung“ der Nahverkehrstangente (NVT). Demnach würde die freigehaltene Verkehrstraße exklusiv für den Autoverkehr vereinnahmt. Die folglich notwendige Verschiebung der gesamten Trasse des Bahnaußenrings in Richtung des NSG Biesenhorster Sand würde Probleme mit dem Naturschutz schaffen und den Ausbau der Nahverkehrstangente immens verteuern – de facto also verhindern. Dies untergräbt die Zustimmung zum Vorhaben enorm. Klagen, die eine Realisierung verhindern oder lange verzögern, sind daher absehbar.
Das Planfeststellungsverfahren für die TVO läuft seit Ende 2023 – allein bis Mitte 2025 gingen 695 Einwendungen von Privaten und 60 Stellungnahmen von Behörden ein. Ein Baubeginn ist auf absehbare Zeit nicht in Sicht. Dazu steigen die Kosten in unermessliche Höhen. Bauprojekte der Vergangenheit, wie die A100 und Stuttgart 21 lassen vermuten, dass die Kosten am Ende die Höhe von 1 Milliarde Euro erreichen werden. Zum Vergleich: Der gesamte Berliner Straßenbauhaushalt liegt bei deutlich unter 500 Millionen Euro jährlich. Angesichts des Investitionsstaus im Bestand von Brücken, Straßen, Feuerwehr und Polizeiwachen ist völlig unklar, woher das Geld für das Gesamtvorhaben kommen soll.
Beides zusammen motiviert sich mit Alternativen zu befassen. Bündnis 90/Die Grünen schlagen in einem aktuellen Antrag in Berliner Abgeordnetenhaus vor, den Umbau des Knotenpunktes um den S-Bahnhof Wuhlheide von den Planungen für die TVO zu trennen und somit unabhängig von der ungesicherten Finanzierung der TVO sicherzustellen (Drucksache 19/3026). Die Konzentration auf die Umgestaltung des Knotenpunktes Wuhlheide soll einen jahrelangen Stillstand zum Schaden von Biesdorf-Süd vermeiden. Denn der Bahnübergang an der Rudolf-Rühl-Allee ist einer der letzten höhengleichen Übergänge über einen Bahnaußenring in Berlin und sorgt täglich für Staus – und das seit Jahrzehnten.
Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen:
Der Senat wird aufgefordert, den Umbau des Knotenpunktes um den S-Bahnhof Wuhlheide von den Planungen für die TVO zu trennen und somit unabhängig von der ungesicherten Finanzierung der TVO sicherzustellen.
Um weiter jahrelangen Stillstand und damit Stau in Biesdorf-Süd zu verhindern, ist die
Beseitigung des Nadelöhrs am S-Bahnhof Wuhlheide ein entscheidender Baustein.
- Der beschränkte Bahnübergang über den Bahnaußenring in der Rudolf-Rühl-Allee soll durch eine Eisenbahnunterführung ersetzt werden.
- Die Straßenbrücke über die Bahnanlagen der Frankfurter Bahn am Bahnhof Wuhlheide soll ebenfalls ersetzt werden, entweder in Verlängerung der Köpenicker Straße oder in ähnlicher Lage wie in der aktuellen TVO-Planung. Dabei wird diese Straße nicht weiter durch die Wuhlheide zur Straße An der Wuhlheide geführt, sondern mündet in die bestehende Rudolf-Rühl-Allee vor der bestehenden Eisenbahnunterführung der Verbindungskurve (DB Gleis 6149).
- Für den Fuß- und Radverkehr soll eine separate Eisenbahnunterführung unter der Verbindungskurve (DB Gleis 6149) sowie eine Weiterführung parallel zur Rudolf-Rühl-Allee bis zur Straße An der Wuhlheide geplant werden.
Dem Abgeordnetenhaus ist bis zum 31. Dezember 2026 zu berichten.

Diese Teilvariante ist Unfug. Sie schafft mehr Verkehr in Biesdorf und bringt nur partiell besseren Verkehrsfluss. Was ist mit Schwerverkehr. Soll der dann durchs Siedlungsgebiet, die Köpenicker lang fahren?
Was da schon in den letzten Jahrzehnten an Kohle für die Planung reingeflossen sein muss…
Aber selbst wenn es am Ende eine Millarde kosten würde, was gibt Berlin jährlich für Geflüchtete aus?