Stefan Ziller

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Suchmaschinenverbot: ALLRIS verbietet Zugriff auf BVV-Dokumente

Im Gegensatz zum parlamentarischen Dokumentationssystem (Pardok) des Abgeordnetenhauses unterbindet das Gremieninformationssystem (ALLRIS) der Bezirke die Durchsuchung durch Suchmaschinen. Wer Informationen zu einzelnen Sitzungen sucht, muss direkt in den Sitzungsdokumenten der Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) nachschauen und dafür oft mehrere Bezirke einzeln durchsuchen. Das betrifft auch den Zugriff durch generative KI. Ich habe den Senat gefragt, warum die „robots.txt“ diesen Zugriff unterbindet (Drucksache 19/26786).

Laut Senat soll dies Massenzugriffe verhindern und eine Überlastung der Systeme vermeiden. Dabei wäre der Vorteil eines offenen Zugriffs über Suchmaschinen und KI-Bots (also über die reguläre robots.txt-Freigabe) vor allem die niedrigschwelligen Auffindbarkeit: Bürgerinnen und Bürger könnten einfach über Suchmaschinen oder eine KI-Anfrage nach einem Thema suchen und würden direkt zu den relevanten Sitzungsdokumenten geführt – bezirksübergreifend und ohne technisches Vorwissen. Die verfügbare Schnittstelle OParl hingegen ist eine strukturierte, maschinenlesbare Schnittstelle, die zwar ressourcenschonender ist, aber eine eigene Anwendung oder einen Client voraussetzt, um die Daten nutzbar zu machen; für die breite Öffentlichkeit ist sie damit praktisch unsichtbar, solange niemand eine entsprechende Suchoberfläche darüber baut.

Auch das geplante Update auf ALLRIS 4 ändert daran nichts: Die robots.txt bleibt unverändert. Immerhin erhält mit dem Update auf ALLRIS 4 auch der letzte Bezirk, Spandau, eine Open-Data-Schnittstelle (OParl). Die Aktualisierung von ALLRIS wäre die Chance gewesen, hier größer nachzubessern – eine Chance, die der Senat bislang nicht nutzt.

1. Warum unterbindet die robots.txt des Gremieninformationssystems (ALLRIS) der BVVen auf Webseiten den Zugriff von Suchmaschinen und generativer KI (im Gegensatz zu Pardok vom Abgeordnetenhaus Berlin)?

Die Einschränkung dient dem Schutz der Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit von ALLRIS. Automatisierte Massenzugriffe können aufgrund der Vielzahl dynamisch erzeugter und untereinander verknüpfter Inhalte von ALLRIS sehr große Mengen von Seiten abrufen und dadurch eine erhebliche Systemlast verursachen. Für den maschinellen Zugriff auf die öffentlichen Daten ist deshalb die standardisierte OParl- Schnittstelle vorgesehen. Sie ermöglicht Suchdiensten, Open-Data-Anwendungen und auch KI-Systemen einen strukturierten und ressourcenschonenden Zugriff auf die veröffentlichten Informationen.

2. Welche Änderungen an der robots.txt wird es im Zuge der Aktualisierung von ALLRIS geben?

Es sind keine grundsätzlichen Änderungen an der robots.txt vorgesehen. Automatisierte Massenzugriffe auf die ALLRIS-Webseiten sollen weiterhin begrenzt werden.

3. Welche Veränderungen gibt es im Zuge der Aktualisierung von ALLRIS für den API-Zugang?

Der API-Zugang erfolgt auch mit ALLRIS 4 weiterhin über die OParl-Schnittstelle.

4. Wann werden die API-Dokumentation und Zugänge auf dem Open-Data-Portal für ALLRIS aktualisiert und die fehlenden API-Zugänge von den Bezirken Spandau und Tempelhof-Schöneberg ergänzt?

Bei einer Migration auf ALLRIS 4 können sich die konkreten Schnittstellenadressen ändern und werden in diesem Fall im Open-Data-Portal aktualisiert. Für Tempelhof-Schöneberg besteht bereits ein OParl-Zugang im Open-Data-Portal. Für den Bezirk Spandau ist die OParl-Schnittstelle mit der Einführung von ALLRIS 4 vorgesehen (vgl. Drs. 2328/XXI BVV Spandau).

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