U Elsterwerdaer Platz: Fassadensanierung soll im Sommer 2026 fertig werden – Dach erst im Herbst
Seit 2023 wird am U-Bahnhof Elsterwerdaer Platz saniert. Eine aktuelle Anfrage meines Kollegen Johannes Martin (Drucksache 19/26171) gibt jetzt Antworten der BVG dazu – und die Botschaft vorweg: Die Fassade soll im Sommer 2026 fertig werden, das Dach im Herbst 2026, beides weiterhin unter Vorbehalt.
Der Bahnhof beschäftigt mich schon lange. 2011 ging es im Bürgerhaushalt Biesdorf um einen defekten Regenwasserablauf, durch den Wasser in die Fassade eindrang; eine Sanierung wurde „im Herbst” versprochen. 2017 gab es vor der IGA nur frische Malerarbeiten, der Zustand wurde von der BVG damals noch als „insgesamt gut” mit „kleinen Durchfeuchtungsschäden” beschrieben – eine Grundinstandsetzung sei nicht nötig. Daraus wurde inzwischen ein Sanierungsfall, der seit 2023 läuft und noch bis mindestens Herbst 2026 dauert.
Laut BVG wurden bisher die Trogsanierung an Gleis 1 und 2, taktile Leitsysteme für die Barrierefreiheit, die laufende Fassadensanierung sowie die Sicherung des Brückenkopfes umgesetzt. Die lange Dauer der Fassadensanierung erklärt die BVG mit einem größeren Schadensbild als erwartet, nötigen Farbuntersuchungen, Wetterabhängigkeit und Wechselwirkungen mit der Trogsanierung – zusätzlich habe eine Baustelle der Wasserbetriebe den Bauablauf zeitweise ausgebremst. Als Nächstes wird die erste Fassadenseite an Gleis 2 fertig, die zweite folgt im Laufe des Sommers. Parallel startet die Vorbereitung der Dachsanierung mit einem Gerüst an Gleis 1. Angestrebt werden Fassade bis Sommer 2026 und Dach bis Herbst 2026 – unter Vorbehalt von Wetter, Abstimmungen mit Dritten und möglichen weiteren Überraschungen im Bestand.
Es bewegt sich also etwas – endlich. Aber verlässliche Termine bei der BVG bleiben eher Ziele als Zusagen.
Frage 1. Seit wann laufen die Sanierungsmaßnahmen am U-Bahnhof Elsterwerdaer Platz?
Die BVG teilt hierzu Folgendes mit: „Die Sanierungsmaßnahmen am U-Bahnhof Elsterwerdaer Platz laufen seit dem Jahr 2023.“
Frage 2. Welche Maßnahmen wurden hierbei bisher umgesetzt?
Die BVG teilt hierzu Folgendes mit: „Im Rahmen der Sanierung wurden bislang insbesondere folgende Maßnahmen umgesetzt:
- Trogsanierung Gleis 1 und Gleis 2,
- Einbau taktiler Leitsysteme im Rahmen des barrierefreien Ausbaus,
- Fassadensanierung (laufend),
- Maßnahmen zur Sicherung des Brückenkopfes.“
Frage 3. Warum ist die Fassadensanierung bis heute noch nicht abgeschlossen?
Die BVG teilt hierzu Folgendes mit: „Im Verlauf der Bauarbeiten wurde ein deutlich umfangreicheres Schadensbild festgestellt als ursprünglich angenommen. Dadurch haben sich zusätzliche Arbeiten und Abstimmungsbedarfe ergeben. Zudem bestehen Abhängigkeiten zu anderen Baumaßnahmen, insbesondere zur Trogsanierung, die Auswirkungen auf den Bauablauf haben. Auch die Durchführung der Arbeiten ist in hohem Maße wetterabhängig, etwa hinsichtlich Temperatur, Niederschlag oder starker Hitze. Darüber hinaus waren weiterführende Farbuntersuchungen erforderlich. Zeitweise kam es zudem durch die Baustelle der Berliner Wasserbetriebe im vergangenen Sommer und Herbst zu Einschränkungen im Bauablauf.“
Frage 4. Welche weiteren Sanierungsschritte sollen wann erfolgen?
Die BVG teilt hierzu Folgendes mit: „Die erste Fassadenseite an Gleis 2 wird zeitnah fertiggestellt. Anschließend erfolgt die Fertigstellung der zweiten Fassadenseite im Laufe dieses Sommers. Darüber hinaus wird in nächster Zeit die Dachsanierung vorbereitet und begonnen. Dafür wird ein Gerüst auf der Seite von Gleis 1 eingerichtet. Dabei bestehen noch Abhängigkeiten zu bestehenden Einrichtungen vor Ort, die vorab geklärt werden müssen.“
Frage 5. Wann soll die Sanierung vollständig abgeschlossen sein?
Die BVG teilt hierzu Folgendes mit: „Eine verlässliche Terminierung des Gesamtabschlusses ist derzeit nur eingeschränkt möglich, da der Beginn und Abschluss einzelner Maßnahmen von externen Beteiligten abhängig sind. Aktuell wird angestrebt, die Fassadensanierung im Sommer 2026 abzuschließen. Die Fertigstellung der Dachsanierung ist für den Herbst 2026 vorgesehen. Beide Zeitpläne stehen jedoch weiterhin unter dem Vorbehalt der genannten Rahmenbedingungen.“
Frage 6. Wie lässt sich die Verzögerung der Sanierung um 1 ½ Jahre erklären (siehe Antwort zu S19-17083)?
Die BVG teilt hierzu Folgendes mit: „Die Verzögerung ist im Wesentlichen auf mehrere zusammentreffende Faktoren zurückzuführen. Dazu zählen die Herausforderungen beim Bauen im Bestand, bei dem im Bauverlauf unvorhergesehene Mehrmängel und zusätzlicher Aufwand festgestellt wurden. Hinzu kommen Abhängigkeiten von Dritten sowie verschiedene Störfaktoren, beispielsweise ein Wasserrohrbruch der Berliner Wasserbetriebe.“
