Wenn die Nachbarschaft mitentscheidet: Hitzeschutz in Marzahn-Nord
Marzahn-Nords Bürgerrat zum Hitzeschutz hat seine Arbeit abgeschlossen – mit konkreten Ergebnissen. Von 28 erarbeiteten Vorschlägen wurden fast die Hälfte als umsetzbar bewertet, 84,9 Prozent der befragten Einwohner*innen sprachen sich für das Thema aus. Für die Umsetzung stehen 100.000 Euro bereit, die das Bezirksamt noch in diesem Jahr einsetzen will.
An der Einwohnerbefragung konnten alle Bürger ab 16 Jahren teilnehmen; dazu wurden 21.100 Stimmzettel verschickt, 1.650 kamen ausgefüllt zurück. Besonders gut schnitten Vorschläge zu öffentlichen Grünflächen und sozialen Verbesserungen ab: Sitzbänke (85 Prozent), Wildblumenwiesen (83 Prozent) und öffentliche Trinkwasserspender (81,4 Prozent). Weniger Zustimmung fanden Aufklärungskampagnen (43 Prozent) und allgemeine Vorschläge wie Feiern (27 Prozent). Die Ergebnisse stellte der Bürgerrat am 26. Mai 2026 dem Ausschuss für Klima- und Umweltschutz der BVV vor.
Hintergrund ist das Modellprojekt „Klima trifft Kommune”, in dem Bürgerräte und Referenden in vier Kommunen Klimaschutzmaßnahmen erarbeiten. Neben Marzahn-Hellersdorf nehmen Flensburg, Pinneberg und Osterburg (Altmark) teil. Finanziert wird das Projekt durch die Robert Bosch Stiftung und die Deutsche Postcode Lotterie, Projektträger ist die Gesellschaft für Klima und Demokratie e.V. in Zusammenarbeit mit Mehr Demokratie e.V. Die Mitglieder des Bürgerrats wurden per Losverfahren ausgewählt, Fachvorträge und moderierte Diskussionen bildeten die Grundlage für die Entscheidungen. Klimaschutzbeauftragter Dominik Chadid sicherte zu, mit der Umsetzung nach Möglichkeit noch in diesem Jahr zu beginnen.


