Stefan Ziller

GRÜN für Marzahn, Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Hellersdorf

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Wuhle, Beerenpfuhl und Blaue Perlen: Wann geht es endlich voran?

Trotz jahrelanger Diskussionen und immer neuen Ankündigungen kommt die Renaturierung der Wuhle weiter nicht voran. Neuste “Ausrede”: die Bildung einer neuen Regierung in Brandenburg (Drucksache 19/25501). Die Wasserstrategie Hauptstadtregion 2050 konnte bislang nicht abschließend beschlossen werden, da zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg in rechtlich-fiskalischen Fragen bei der künftigen Abwasserentsorgung bislang kein Konsens erzielt wurde. Damit verknüpft ist die Frage, ob das Klärwerk Münchehofe auszubauen ist. Das ist für die Wuhle wichtig, da eine teilweise Überleitung von gereinigtem Abwasser in die Wuhle das Ziel ist.

Auch in der Hönower Weiherkette wird sich 2026 und 2027 nur am Beerenpfuhles etwas tun. Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) setzen dort das Pilotprojekt „Regenwasserzuführung Beerenpfuhl“ um. Das Baugeschehen startet in Q3/2026. Ziel ist die dauerhafte Stabilisierung des Wasserhaushalts, um die fortschreitende Verlandung zu stoppen und den Pfuhl als Amphibienlaichgewässer (u. a. für Moorfrosch und Wechselkröte) sowie Habitat für wassergebundene Vogelarten zu sichern. Es erfolgt dazu eine Abkopplung von ca. 24.000 m² versiegelter Fläche (Dächer und Hofflächen der Zerbster Straße) vom öffentlichen Regenkanalnetz. Die Fertigstellung der baulichen Maßnahmen ist für Q3 2027 vorgesehen.

Die Blauen Perlen – ein Programm des Berliner Ökokontos für vorgezogene Kompensationsmaßnahmen – sollen ab 2027 als Pilotprojekt den Gewässerkomplex Schleipfuhl-Feldweiher in Marzahn-Hellersdorf aufwerten. Was genau der Senat auf meine Anfrage (19/25501) geantwortet hat, ist im Folgenden dokumentiert.

Frage 1: Gibt es einen neuen Sachstand zur Wasserstrategie Hauptstadtregion 2050 und der damit verbundenen Frage der Überleitung von gereinigtem Abwasser aus dem Klärwerk Münchehofe in die Wuhle?

Durch die Bildung einer neuen Regierung in Brandenburg hat sich die Arbeit an der Wasserstrategie Hauptstadtregion 2050 verzögert. Die Entwicklung zusätzlicher Kapazitäten für die künftige Abwasserreinigung Brandenburgs ist Bestandteil der Wasserstrategie Hauptstadtregion. Die Gesamtstrategie konnte bislang nicht abschließend beschlossen werden, da zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg in rechtlich-fiskalischen Fragen bei der künftigen Abwasserentsorgung bislang kein Konsens erzielt wurde. Damit verknüpft ist die Frage, ob das Klärwerk Münchehofe auszubauen ist und ob ein zweiter Ableitungsweg erforderlich wird. Diese Klärung steht aus. Eine grundsätzliche Machbarkeit einer teilweisen Überleitung von gereinigtem Abwasser in die Wuhle wurde von den BWB geprüft.

Frage 2: Sind die angekündigten Konkretisierungen der Vorplanungen zur Verbesserung des ökologischen Zustands der Wuhle von folgenden sechs Maßnahmen inzwischen abgeschlossen? Wenn ja, wie sind die weiteren Verfahrensschritte?

  • Einbau wechselseitiger Bermen zur Erhöhung der Strömungsdiversität zwischen Mündung und Wuhleblase
  • Wuhlesee: Rückbau der Bauwerke, unterwasserseitige Anbindung
  • Herstellung der Durchgängigkeit und Bermeneinbau im Bereich der Heese-/Heerstraße
  • Zusammenlegung Wuhle und Neue Wuhle Landsberger Alle
  • Einbau Berme Bhf. Wuhletal (Verbesserung Durchgängigkeit Biber, Otter
  • Förderung Auenvernässung Griesinger Park

Die Konkretisierung der Vorplanung zu den o.g. Maßnahmen wird demnächst abgeschlossen. Die Unterlagen werden dann an den Fachbereich Gewässer zur weiteren Planung und Umsetzung übergeben. Aussagen zum weiteren Ablauf sind derzeit noch nicht möglich.

Frage 3: Welche Gewässer erhaltenden Maßnahmen und hydrologischen Stabilisierungsmaßnahmen an Gewässern in der Hönower Weiherkette stehen konkret im Jahr 2026 und 2027 auf der Agenda?

Der Senat setzt aktuell keine Maßnahmen an der Hönower Weiherkette im Rahmen der Unterhaltung fließender Gewässer II. Ordnung oder des Berliner Ökokontos (Blaue Perlen) um.

Antwort Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf: „Bis auf die in Frage 4 angesprochenen Maßnahmen sind keine weiteren Maßnahmen geplant. Sollte sich kurzfristig ein Bedarf für die Wasserkörper herauskristallisieren, werden wir kurzfristige Maßnahmen zur Stabilisierung einleiten.“

Frage 4: Wie weit sind in dieser Hinsicht die Pläne und / oder Umsetzungen der Berliner Wasserbetriebe für die Wiederherstellung des Beerenpfuhles als ganzjährig wasserführendes naturnahes Gewässer?

Antwort der BWB: „Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) setzen derzeit im Auftrag der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) das Pilotprojekt „Regenwasserzuführung Beerenpfuhl“ um. Der aktuelle Stand stellt sich wie folgt dar:

  • Planungsstatus & Zielsetzung: Das Baugeschehen startet in Q3 2026. Ziel ist die dauerhafte Stabilisierung des Wasserhaushalts, um die fortschreitende Verlandung zu stoppen und den Pfuhl als Amphibienlaichgewässer (u. a. für Moorfrosch und Wechselkröte) sowie Habitat für wassergebundene Vogelarten zu sichern.
  • Technische Umsetzung: Es erfolgt eine Abkopplung von ca. 24.000 m² versiegelter Fläche (Dächer und Hofflächen der Zerbster Straße) vom öffentlichen Regenkanalnetz.
  • Das Niederschlagswasser (ca. 7.500 m³/Jahr) wird über eine Reinigungsstufe (Sandfang und Sedimentationsbecken) direkt in den Beerenpfuhl geleitet.
  • Begleitmaßnahmen: Parallel zur Wasserzuführung werden Gehölze entnommen, um die offene Wasserfläche wiederherzustellen, und neue Röhrichtzonen als Schutzzonen angelegt.
  • Zeitplan: Die Fertigstellung der baulichen Maßnahmen ist für Q3 2027 vorgesehen
  • Nachsorge: Nach Abschluss der Bauarbeiten übernehmen die BWB ein Monitoring, um die ökologische Entwicklung und die Wirksamkeit der Wasserzuführung langfristig zu evaluieren.“

Antwort des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf: „Die Anlagentechnik zur Maßnahme am Beerenpfuhl wird nach gegenwärtigem Stand spätestens in Q3 2027 in Betrieb gehen können. Wann mit einer entsprechenden Verbesserung für den Beerenpfuhl zu rechnen ist, hängt dagegen maßgeblich von den meteorologischen Verhältnissen ab.“

Frage 5: Welche Maßnahmen aus dem „Blaue Perlen“ für Berlin Programm sollen konkret in den Jahren 2026 und 2027 umgesetzt und finanziert werden?

Die Blauen Perlen sind ein Thematisches Programm des Berliner Ökokontos. Es werden Kompensationsmaßnahmen vorgezogen, umgesetzt und Bauvorhaben zum Ausgleich von Eingriffen in Natur und Landschaft zugeordnet. Als Pilotprojekt soll der Gewässerkomplex Schleipfuhl-Feldweiher in Marzahn-Hellersdorf ökologisch aufgewertet werden. Die geprüften Bauplanungsunterlagen liegen vor, der Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses muss nun die erforderlichen SIWA-Mittel freigeben. In Abhängigkeit der Mittelfreigabe können die Maßnahmen ab 2027 umgesetzt werden.

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