Stefan Ziller

GRÜN für Marzahn, Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Hellersdorf

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Was bringt uns der Berliner Nahverkehrsplan (2014 bis 2018)

Der Berliner Senat hat die Ziele für die weitere Entwicklung des Nahverkehrs mit dem Beschluss des Berliner Nahverkehrsplan für die Jahre 2014 bis 2018 vorgegeben (PDF). Dieser definiert gleichzeitig die Leitlinien der Angebotsqualität bei Bussen und Bahnen.

In der Debatte sollte zur Verbesserung des ÖPNV in Marzahn-Hellersdorf drei konkrete Verbesserungen eingefordert werden:

Langfristig erforderlich halte ich über die bisherigen Planungen hinaus:

Welche Verbesserungen für unseren Bezirk sind in den Planungen des Senats enthalten? In der folgenden Übersicht finden sie wichtige Vorhaben

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Berlin Mahlsdorf Marzahn - Hellersdorf Mobilität Stadtentwicklung 

Mahlsdorf – Straßen, Straßenbahn und Regionalbahnhof

Der Ortskern Mahlsdorf und die Verkehrsplanungen beschäftigen die Mahlsdorfer*innen schon länger. In einer Akteursrunde wurden einige der Planungen interessierten Bürger*innen vorgestellt. Da sich jedoch Senatsverwaltung und Bezirksamt bisher nicht einigen konnten, liegen die meisten Planungen auf Eis. Weder eine Verbesserung der Straßensituation noch die Verbesserung der Umsteigemöglichkeit von Straßenbahn zur S-Bahn kommen voran. Und auch die längerfristigen Planungen für den Bau eines Regionalbahnhofes sowie den Lückenschluss der TRAM von Mahlsdorf nach Hellersdorf scheinen nicht weiter verfolgt zu werden.

Dies halte ich für ein Problem. Es lässt sich über jede Planung streiten. Aber alle Arbeit einzustellen und den Status Quo zu erhalten, ist eine schlechte Lösung. Ich habe im folgenden mal einige Baustellen beleuchtet.

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Alternativen prüfen – Realisierung der Ortsumfahrung Ahrensfelde steht in den Sternen

Die Planungen zur geplante Ortsumfahrung Ahrensfelde sind offenbar in einer Sackgasse gelandet. Im April wird ein Vertreter der Bundesregierung in der Berliner Woche mit den Worten zitiert: “Das Bundesverkehrsministerium verlangt Änderungen bei der Finanzierung“. Daraufhin erklärt der Senat auf eine kleine Anfrage von Harald Moritz (MdA): “Die Beauftragung weiterer Planungsphasen ist vom Entscheid des Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur auf die vorliegenden Prüfmitteilungen des Prüfungsamtes des Bundes und der Positionierung der Länder Berlin und Brandenburg abhängig.

In einer aktuellen kleinen Anfrage von Renate Künast (MdB) und anderen bündnisgrünen Bundestagsabgeordneten, erklärt nun die Bundesregierung: “Belastbare Aussagen zur Perspektive erforderlicher weiterer Planungs- und Verfahrensschritte sind hier derzeit noch nicht möglich.” Gleichzeitig schiebt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die Verantwortung für die nächsten Schritte auf die beteiligten Bundesländer ab. Es “hält zunächst die Klärung noch offener Einzelfragen der ins Planfeststellungsverfahren eingebrachten Projektplanung durch die zuständigen Länder Berlin und Brandenburg für geboten”.

Aus meiner Sicht sollten die beteiligten Bundesländer die Planungen für die “Troglösung” stoppen und ernsthaft als Alternative die S-Bahn-Verlängerung nach Blumberg prüfen.

Bei Umsetzung der bisherigen Planungen droht die Zerschneidung der Landschaft in erheblichem Maß. Die geplante Umgehungsstraße trennt die Siedlungsgebiete Ahrensfelde sowie Marzahn voneinander und wird zu einer erhöhten Verkehrsbelastung im Wohngebiet um die Havemannstraße beitragen.

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Senat muss endlich mit der Planung eines Regionalhaltes am S Springpfuhl beginnen

Trotz der aktuellen Bauverzögerungen am S-Bahnhof Ostkreuz wird der Regionalbahnsteig auf dem Ring voraussichtlich im Dezember 2014 in Betrieb gehen. Damit werden dann Regionalzüge aus Richtung Hohenschönhausen über Lichtenberg direkt zum Flughafen BER fahren können. Ein unkomplizierter Zustieg für  MarzahnerInnen ist jedoch weiterhin nicht möglich.

Ein Regionalhalt am S-Bahnhof Springpfuhl bieten den EinwohnerInnen in der Großsiedlung Marzahn eine verbesserte ÖPNV-Anbindung zum BER. Gleichzeitig verbessert er die Anbindung des Gewerbegebiets Berlin-Eastside (CleanTecPark) an den Wissenschaftsstandort Adlershof.

Da sich die Realisierung der sogenannten „Nahverkehrstangente“ zwischen Springpfuhl und BER über den Außenring vermutlich weiter verzögern wird, ist dieser Zwischenschritt sinnvoll und notwendig. Bereits im Dezember 2010 hat der Senat in einer Antwort auf meine kleine Anfrage dazu erklärt: “Ein Regionalhalt in Berlin Springpfuhl ist derzeit nicht geplant, es existieren jedoch dafür Trassenfreihaltungen. Grundsätzlich wäre ein Regionalbahnsteig am S-Bahnhof Springpfuhl, insbesondere zur Anbindung des Flughafens, zur Erschließung der Großwohngebiete Marzahn – Hellersdorf wichtig. Eine Finanzierung eines Regionalbahnhofes in Springpfuhl besteht jedoch derzeit nicht.

Es ist bedauerlich, dass es der Senat bisher versäumt hat, hier tätig zu werden. CDU und SPD sollten die Bauverzögerungen am Ostkreuz zum Anlass nehmen, endlich mit den Planungen für einen Regionalhalt am S-Bahnhof Springpfuhl zu beginnen.

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Nahverkehrstangente für den Bundesverkehrswegeplan 2015 anmelden!

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus fordert den Senat in einem Antrag (Drs 17/0760) auf, die geplante Nahverkehrstangente für den Bundesverkehrswegeplan 2015 anzumelden.

Als Sprecher des Kreisverbandes Marzahn-Hellersdorf von Bündnis 90/Die Grünen fordere ich das Bezirksamt auf, sich ebenfalls für eine solche Anmeldung beim Senat einzusetzen. Eine Verbesserung des ÖPNV-Angebots in den Berliner Ost-Bezirken ist dringend notwendig. Bisher gibt es keine schnelle Nord-Süd-Verbindung zwischen Pankow, Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Treptow-Köpenick. Die Vernetzung der Ostbezirke untereinander wird durch eine Nahverkehrstangente mit Start in Oranienburg und entlang der Haltepunkte Karower Kreuz – Springpfuhl – Biesdorf Süd – Grünauer Kreuz zum Flughafen BER bedeutend verbessert.

Die Anmeldung der SPNV-Nahverkehrstangente für den Bundesverkehrswegeplan, fristgerecht bis zum 31. März 2013, hat eine besonders hohe Priorität für unseren Bezirk.

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TVO – Tangentialverbindung Ost

Auf dieser Seite werde ich über den aktuellen Planungsstand zur TVO informieren.

Stefan Ziller, 03.12.2012

Die Tangentiale Verbindung Ost (TVO) ist ein Arbeitstitel für eine neue Straße im Osten Berlins. Sie soll entlang des Berliner Außenringes (BAR) geführt werden und die östlichen und südöstlichen Bezirke Berlins mit dem Berliner Ring im Norden und der A 113 im Süden verbinden. Bereits 1969 wurde ihr grundsätzlicher Verlauf im „Generalverkehrsplan der Hauptstadt der DDR“ geplant. Jedoch wurde sie bis heute nicht fertig gestellt. Das fehlende Teilstück soll eine Verbindung zwischen der Straße An der Wuhlheide bzw. der Spindlersfelder Straße im Süden und der B1 /B5 bzw. der Märkischen Allee im Norden herstellen.

Bündnis 90/Die Grünen haben sich immer für Alternativen zu einem Straßenneubau eingesetzt (bspw. hier). Unser Motto war und ist dabei “Sanieren statt ausbauen”. Das kommt neben dem Autoverkehr auch den anderen VerkehrsteilnehmerInnen zugute, schließlich beeinträchtigen Schlaglöcher und andere Hindernisse auch Busse und Radfahrer. Dies fordert inzwischen auch der ADAC in seiner Empfehlung zur “Effizienz im kommunalen Straßenbau”. In den Forderungen heißt es:

1. Größere Priorität für den Straßenerhalt Gemeindestraßen unterliegen ständigen klimatischen und verkehrlichen Belastungen. Die Folge ist stetiger Verschleiß und Alterung der Infrastruktur. Die kommunalpolitik muss Prioritäten für den Straßenerhalt setzen, um diesem schleichenden Substanzverfall entgegenzuwirken.

Trotzdem hat sich der aktuelle CDU-SPD-Senat auf den Bau der TVO verständigt. Im September haben die Koalitionäre dazu folgendes vereinbart:

Zur Anbindung der östlichen Bezirke an den Flughafen BER “Willy Brandt’ und das Wissenschafts- und Forschungszentrum Adlershof sowie zur Erschließung von Gewerbegebieten in Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Köpenick wird die Tangentiale Verbindung Ost (TVO) gebaut. Die Regierungsfraktionen legen sich auf einen vierspurigen Ausbau fest. Die ausgewählte Variante wird planfestgestellt und in Investitionsplanung und Haushalt finanziell abgebildet.

Fakten aus der Machbarkeitsstudie zur TVO-Verlängerung (Stand April 2010)

  • Länge rund 6,5 km (fehlender Abschnitt zw. Straße An der Wuhlheide und B1/B5)
  • Funktion: Verbindung (Wohn- und Gewerbegebiete im Südostraum besonders Marzahn / A 113 / Flughafen), Durchgangsverkehr; Erschließungsverkehr (Entlastung umgebende Stadtstraßen, besonders Köpenicker Straße)
  • DTVwerktags (Westlage): 20.000 bis 25.000 Kfz/ 24 Std.
  • DTVwerktags (Ostlage): 25.000 bis 30.000 Kfz/ 24 Std.
  • Verknüpfungen mit dem Stadtstraßennetz über Alfelder Straße, Balzerweg, Köpenicker Straße und Köpenicker Allee (West) sowie Zufahrten zum FEZ
  • östlich der Trasse Köpenicker Straße (minus rd. 10.000 Kfz pro Werktag) und Chemnitzer Straße (minus rd. 4.000 Kfz pro Werktag)
  • Kosten 38 Mio. (Ostvariante) bis 48 Mio. (Westvariante) (jeweils netto)
  • Erkenntnisse aus der Wirkungsschätzung:
  • Die Rechnungen im Rahmen des Stadtentwicklungsplans Verkehr stützen die Untersuchungen aus der verkehrlichen Untersuchung und der Machbarkeitsstudie: Die TVO bündelt Verkehre auf einer weniger sensiblen Trasse und entlastet angrenzende Straßen in Wohngebieten.
  • Die Berechnungen weisen eindeutig nach, dass die durch die TVO erzielbaren Entlastungen sich weitgehend auf die parallelen Straßenzüge (Köpenicker Straße im Osten) konzentrieren.

Bündnis 90/Die Grünen haben die aktuellen Vorschläge zur Realisierung der TVO intensiv geprüft. Die von den Bezirksämtern Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg sowie Treptow-Köpenick zur Diskussion gestellte Trassenführung ist eine mögliche Antwort auf die bisherigen Konfliktpunkte. Im folgenden sollen die 3 Varianten aus Grüner Sicht vorgestellt werden.

Die Ost-Variante

Die Senatsstudie favorisiert einen Trassenverlauf östlich der vorhandenen Bahnlinie des Berliner Außenrings (BAR). Diese Trassenführung geht zurück auf den „Generalverkehrsplan der Hauptstadt der DDR“ und den Berliner Flächennutzungsplan. Obwohl nach beiden Plänen die Trasse freigehalten werden sollte, sind heute einige Abschnitte östlich des BAR im Bereich der Anbindung an die B1/B5 mit Wohnbebauung versehen.

Diese Trassenführung führt demnach zu Enteignungen der benötigten Grundstücke und in Folge zu langjährigen juristischen Prozessen. Ebenfalls betroffen sind auch viele Anlieger, hinter deren Wohngrundstücken dann massige Schallschutzwände entstehen um den Verkehrslärm abzumildern. Ein massiver Wertverlust ihrer Grundstücke wird eintreten, den es zu entschädigen gilt, Entschädigungszahlungen kompensieren jedoch nicht den Verlust von Wohnqualität. Dazu bringen die Anbindungen in der Alfelder Straße bzw im Balzerweg neuen Durchgangsverkehr ins Biesdorfer Siedlungsbiet.

Ein weiterer Nachteil der östlichen Trassenführung offenbart sich im Bereich des S-Bahnhofes Wuhlheide. Der geplante Umbau des Eisenbahnkreuzes Wuhlheide (BAR mit Fernbahntrasse nach Fankfurt/Oder) durch die Deutsche Bahn AG ist zeitlich noch nicht genau definiert, dadurch ist der Realisierungszeitpunkt des vorgeschlagenen zweiten Bauabschnittes der TVO, vom S-Bahnhof Wuhlheide bis zur Straße An der Wuhlheide, völlig offen und schafft ein neues Verkehrs-Nadelöhr in diesem Bereich. Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf dazu: „Die zwischenzeitliche Weiternutzung der Köpenicker Allee zwischen Bahnhof Wuhlheide und An der Wuhlheide bis zum Umbau des Bahnkreuzes Wuhlheide wird aus wirtschaftlicher Sicht mitgetragen. Die Maßnahmen zur zwischenzeitlichen Ertüchtigung dieses Abschnittes sollten sich jedoch in Grenzen halten.“

West-Variante

Die Trasse soll hierbei westlich der Bahngleise verlaufen sollen – also im hinteren Bereich des Tierparks und dann weiter durch jenen Teil von Karlshorst, der jahrelang von der Roten Armee für Panzertransporte genutzt worden sei und seit den 1990ern als kontaminierte Ödnis brach liegt. Bei dieser Variante ist keinerlei Wohnbebauung betroffen.

Für die Westvariante entstehen Mehrkosten insbesondere durch die zusätzlich erforderlichen Bahnquerungen für die Straßenanschlüsse und durch die entstehenden neuen Knotenpunkte (Bau und Ausstattung) an der B1/B5 und der Straße An der Wuhlheide. Laut Senat ist bei der Westvariante im erheblichen Umfang die DB AG als privater Eigentümer betroffen (pdf). Des Weiteren werden Gebiete mit (öffentlicher) Erholungsfunktion beeinträchtigt, sowohl der Tierpark Berlin als auch das FEZ (Parkeisenbahn) müssten nicht unerhebliche Teile der Grundstücke abgeben.

Zudem muss zur Anbindung der Alfelder Straße, des Balzerwegs, der Köpenicker Straße und des S-Bahnhofs Wuhlheide die Vorzugsvariante West an diesen Stellen von den Bahnanlagen abgerückt werden, um durch erforderliche Unterführungen unter der Bahntrasse die Knotenpunkte errichten zu können.

Kombinierte Ost-West-Variante

Die kombinierte Trassenvariante nutzt neben der westlicher Seite auch teilweise die östlicher Seite. Im sensiblen Wohnbereich im Norden auf Marzahn-Hellersdorfer Seite erfolgt die Trassenführung westlich des Berliner Außenrings. In Höhe der Ahlfelder Straße schwenkt die Trasse dann auf die östliche Seite der Bahntrasse und wird auf dieser Seite bis zur Anschlussstelle an die bestehende TVO in Treptow-Köpenick weitergeführt.

So könnte verhindert werden, dass in Biesdorf bis zu 15 Grundstücke für die Straße in Anspruch genommen und Wohnhäuser abgerissen werden müssen. Doch der Senat ist gegen diese Streckenführung und begründet dies mit geschützten Naturbereichen (den als Flora-Fauna-Habitat besonders geschützten Biesenhorster Sand). Dazu führen die notwendigen Straßenunterführungen zu Mehrkosten von ca. 20 Millionen Euro. Nach Berichten der Berliner Zeitung auf knapp 101 Millionen Euro. Hierzu liegt eine Zusatzuntersuchung 4-Streifigkeit und kombinierte Ost-West-Variante (als PDF) vom Senat vor.

In einer Stellungnahme des Berliner Senats vom August 2012 werden folgende Nachteile des Kombinationsvariante aufgelistet.

  • Die Linienführung der Trasse ist ungünstig und dadurch verkehrsunsicher (sehr enge Kurven mit schlechten Sichtverhältnissen durch zweimalige Bahnquerungen), die Gradientenentwicklung (Höhenlage) ist im nördlichen Bereich (mit Anbindung an die B 1/5) äußerst schwierig, ebenso die Einbindung im Bereich, in dem auf die Ostseite zurückgeführt werden soll.
  • Im Abschnitt zwischen B1/B 5 und der Alfelder Straße (Bereich der westlichen Trassenlage) ist keine Führung für Radfahrer und Fußgänger möglich.
  • Für die östlich der Bahn gelegenen Biesdorfer Wohngebiete werden im Zusammenhang mit dem Straßenbauvorhaben Lärmschutzmaßnahmen ausgeführt, die gleichzeitig auch vor dem Bahnlärm schützen. Dieser doppelte Schutzeffekt wäre bei der westlichen Trassenlage nicht gegeben.
  • Die Bodenverhältnisse des Bahndammgeländes sind ungeklärt (ggf. Kontaminierung mit Auswirkungen auf die Kosten dieser Variante).
  • Die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme und das Nutzen-Kosten-Verhältnis würden sich bei der vorgeschlagenen Variante der Bezirke verschlechtern.

Der Vorteil dieser Kombinationsvariante besteht darin, dass zwei Wohnhäuser (Doppelhäuser) im Bereich des Vorstadtweges erhalten bleiben könnten, die im Falle der Realisierung der Ostvariante abgerissen und entschädigt werden müssten. Die Kosten dafür liegen aber weit unter den erhöhten Baukosten.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt hält Anbindungen der Siedlungsgebiete an die neue Straßenverbindung zur Entlastung der Köpenicker Straße (ein wichtiges verkehrliches Ziel der TVO) für erforderlich, da das Quell- und Zielverkehrsaufkommen aus diesem Gebiet sehr hoch ist.

Presseberichten zu Folge hat sich der Senat jedoch mit den Bezirken auf den Bau der TVO auf der Osttrasse verständigt. So heißt es: “Nach Informationen der Berliner Zeitung ist es nun so gut wie sicher, dass der geplante 6,6 Kilometer lange Neubauabschnitt der TVO auf ganzer Linie östlich der Bahntrasse des Außenrings verläuft.” Daher wollen wir im Folgenden über die bisher bekannten Folgen der Ost-Variante für das Biesdorfer Siedlungsgebiet informieren.

Die Ost-Variante – Folgen für Biesdorf

Die geplante Trassenführung führt zu Enteignungen der benötigten Grundstücke und in Folge zu langjährigen juristischen Prozessen. Ebenfalls betroffen sind auch viele Anlieger, hinter deren Wohngrundstücken dann massige Schallschutzwände entstehen um den Verkehrslärm abzumildern. Ein massiver Wertverlust ihrer Grundstücke wird eintreten, den es zu entschädigen gilt, Entschädigungszahlungen kompensieren jedoch nicht den Verlust von Wohnqualität.

Der geplante Umbau des Eisenbahnkreuzes Wuhlheide (BAR mit Fernbahntrasse nach Fankfurt/Oder) durch die Deutsche Bahn AG ist zeitlich noch nicht genau definiert, dadurch ist der Realisierungszeitpunkt des vorgeschlagenen zweiten Bauabschnittes der TVO, vom S-Bahnhof Wuhlheide bis zur Straße An der Wuhlheide, völlig offen und schafft ein neues Verkehrs-Nadelöhr in diesem Bereich.

Dazu bringen die Anbindungen in der Alfelder Straße bzw im Balzerweg neuen Durchgangsverkehr ins Biesdorfer Siedlungsbiet (Lageplan Anbindung Alfelder Straße bzw. Balzerweg). Hierzu erklärt das Bezirksamt in einer Stellungnahme:

„Zusätzliche Anbindungen für Kfz-Verkehr an die TVO im Bereich Biesdorf Süd sind kritisch unter dem Aspekt der Vermeidung unerwünschter Schleichverkehre zu betrachten. In der geplanten Anbindung der Alfelder Straße wird hier die Gefahr gesehen, dass diese zur Umfahrung des staugeplagten Knotens Alt-Biesdorf / Blumberger Damm / Köpenicker Straße genutzt werden. Dadurch würde eine unverträgliche Mehrbelastung des Straßenzuges Alfelder Straße – Köpenicker Straße – Heesestraße – Heerstraße (- Roedernstraße) erwartet.

Dies ist umso kritischer, da dieser Straßenzug nur eine Fahrbahnbreite von 6 m oder weniger aufweist, keine ausreichende Tragfähigkeit besitzt und abschnittsweise keine Gehwege aufweist. Auf Grund des bestehenden großen Investitionsrückstaus im Bezirk und der daraus resultierenden Prioritäten ist an einen grundhaften Ausbau dieses Straßenzuges auch längerfristig nicht zu denken.

Für die Anbindung Balzerweg – Balzerstraße erscheint die Gefahr des Schleichverkehrs etwas geringer, insgesamt aber immer noch sehr kritisch.

Problematisch wird jedoch die Aussage von SenStadt gesehen, einen Straßenausbau nur für den Abschnitt bis zur Köpenicker Straße vorzusehen, nicht aber für die Fortsetzung über Zimmermannstraße und Lindenstraße. Die Tragfähigkeit dieses Streckenabschnittes ist bereits für den gegenwärtigen Verkehr nicht mehr ausreichend und Rad- und Gehwege sind nur abschnittsweise befestigt. Für eine Ertüchtigung im Rahmen einer bezirklichen Investition gilt das Gleiche wie vorstehend.“

Folgende Betroffenheiten gehen aus den bisher vorliegenden Untersuchungen (bspw. hier als PDF) hervor.

    • Die Gebäude die zur Gärtnerei des Tierparks gehören (Gewächshäuser und Gärtnereihaus), liegen im geplanten Trassenkorridor bzw. im entsprechenden Böschungsbereich und können daher voraussichtlich nicht erhalten werden.
    • Die Gebäude im Bereich des Vorstadtweges liegen zukünftig im Trassenkorridor sowie in der Dammböschung der zweistreifigen TVO. Ein Erhalt der Gebäude Vorstadtweg 38-40 scheint trotz einer evtl. optimierten Linienführung mittels einer Stützwand aufgrund des geringen Abstands voraussichtlich nicht möglich.
    • Die Gebäude im Bereich des Vorstadtweges liegen zukünftig im Trassenkorridor sowie in der Dammböschung der zweistreifigen TVO. Das Gebäude Vorstadtweg 42–44 kann auf Grund der Lage mittig im Trassenkorridor nicht erhalten werden (Lageplan u.a. Vorstadtweg).

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    • Das Gebäude Debenzer Straße 6 (vermutlich Wochenendhaus) wird von der zukünftigen Stützwand der TVO geschnitten. Ein Erhalt des Gebäudes ist nicht möglich.

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    • Das Unterwerk der U-Bahn in der Rägeliner Straße 21 ist unter Berücksichtigung des in Aussicht gestellten Bf. Biesdorf Süd (Nahverkehrstrasse) nicht zu halten. Die zukünftige Notwendigkeit dieses Unterwerkes wird derzeit überprüft. In der Kostenschätzung wurde von einem Ersatzneubau ausgegangen. Nördlich des Unterwerkes befindet sich ein Funkmast, der ebenfalls neu errichtet werden muss (Lageplan u.a. U Biesdorf Süd).

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    • Das eingeschossige Wochenendhaus Klara-Schabbel-Str. 56 liegt zukünftig in der Dammböschung des verbreiterten Knotenpunktes. Ein Erhalt des Gebäudes mittels einer Stützwand ist hier ebenfalls voraussichtlich nicht möglich.

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    • Das Gebäude Hadubrandweg 15 (Wochenendhaus) liegt zukünftig in der Dammböschung der zweistreifigen TVO. Ein Erhalt des Gebäudes mittels einer Stützwand ist wegen des geringen Abstands und der Verschattung durch die Lärmschutzwand voraussichtlich nicht möglich.
    • Das Gebäude Hadubrandweg 17 (Wochenendhaus) liegt zukünftig in der Dammböschung der vierstreifigen TVO. Ein Erhalt des Gebäudes mittels einer Stützwand ist wegen des geringen Abstands und der Verschattung durch die Lärmschutzwand voraussichtlich nicht möglich.

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  • Zwischen den Böschungen zweier Bahnstrecken sowie der Böschung zur Köpenicker Allee befindet sich eine Kleingartenanlage. Insgesamt sind fünf Gebäude/ Lauben von der Baumaßnahme betroffen.
  • Im Bereich Tulpenweg liegen zwei Gebäude in der Trassenlage, ein weiteres wird durch den Radweg der zweistreifigen TVO geschnitten. Ein Erhalt der Gebäude ist voraussichtlich nicht möglich.
  • Am Rosenweg sind zwei weitere Gebäude betroffen, eines liegt genau in der Trasse, das andere wird angeschnitten. Ein Erhalt der Gebäude ist voraussichtlich nicht möglich.

Gesammelte Links zur TVO

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Einladung zur Infoveranstaltung. “Planungen zum Bau der TVO und drohende Enteignungen in Biesdorf”

Bündnis 90/Die Grünen laden alle Interessierten und Betroffenen zu einer Informationsveranstaltung zu den Senats-Planungen für die Tangential Verbindung Ost (TVO) sowie den drohenden Enteignungen und zusätzlichen Lärmbelastungen im Biesdorfer Siedlungsgebiet ein.

Am 3.Dezember 2012 ab 19 Uhr werden die Marzahn-Hellersdorfer BündnisGrünen im Gemeindezentrum Biesdorf Süd (Köpenicker Str. 165) den aktuellen Planungsstand zum Bau der TVO auf der Trasse östlich des Bahndamms durchs Siedlungsgebiet vorstellen.

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Der 10-Minuten-Takt der Tram 62 in Mahlsdorf verzögert sich weiter

Die BürgerInnen in Mahlsdorf müssen weiter auf einen 10-Minuten-Takt der Tram 62 warten. Dies geht aus einer Antwort auf eine kleine Anfrage von Harald Moritz hervor. “Ein Realisierungszeitpunkt kann derzeit nicht benannt werden, da für die Straßenbahnmaßnahme die Finanzierung noch nicht geklärt ist.

Damit droht in Anbetracht der komplexen Verkehrslösung in Mahlsdorf (Regionalbahnhof Mahlsdorf, der zweigleisige Tram-Ausbau sowie die neue Straßenverbindung und die Umgestaltung des Ortskerns) weiter ein jahrelanger Stillstand. Während die Discounter und Einkaufszentren schnell realisiert werden, bleibt die Lösung der schon heute unterträglichen Verkehrssituation weiter auf der Strecke.

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BürgerInnen von Lärm und Verkehr entlasten – Lärmschutz und ÖPNV bei TVO-Planungen frühzeitig mitdenken!

Das Bezirksamt muss endlich im Rahmen der Aktivitäten zur Realisierung der TVO den Bau der im FNP und Stadtentwicklungsplan Verkehr ausgewiesenen Nahverkehrstangente als Schienenverbindung zur direkten Anbindung der östlichen Bezirke entlang der Trasse Springpfuhl, Biesdorf-Süd, Spindlersfeld, Grünau bis zum BER mit verfolgen. Insbesondere erwarte ich, dass in den Gesprächen mit der zuständigen Senatsverwaltung auf die Umsetzung des Abgeordnetenhausbeschlusses (Drs: 16/1042, 2.4.2009, (Quelle) ) hingewirkt werden.

Leider hat sich das Bezirksamt bisher einseitig auf die Umsetzung der Planungen zum Bau der TVO als Straße konzentriert. Die vom BA favorisierte Trassenführung erfordert jedoch umfangreiche Abstimmungen mit der Deutschen Bahn. Diese sollten genutzt werden, um einerseits den Lärmschutz im Sinne der AnwohnerInnen sicherzustellen und anderseits um mit der TVO ebenfalls die geplante Schienenverbindung umzusetzen.

Dazu soll das Bezirksamt von Beginn an bei Senat und Deutscher Bahn auf eine bürgerfreundliche Lösung des Lärmschutzes hinwirken. Die von den Bezirken Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg sowie Treptow-Köpenick geplante Trasse birgt die Gefahr, dass ohne eine abgestimmte Planung Lärmschutz zwischen Straße und vorhandenen Gleisanlagen gebaut werden. Im Sinne der AnwohnerInnen muss der Lärmschutz jedoch zwischen den Lärmquellen (Gleisanlagen und Straße) und dem Wohngebiet umgesetzt werden. Dies ist am besten möglich wenn die Planungen für die Schienenverbindung (ÖPNV) mit denen der TVO voran gebracht werden.

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