Museumslinie: Entlang der U5 – Schnell Mittendrin – 4 Bezirke von unverwechselbar historisch über hip nach facettenreich zu grün

Die U5 wird mit der Inbetriebnahme der Verlängerung zum Hauptbahnhof zur Museumslinie (Drucksache (18/24031). Mit einer Kampagne „Entlang der U5 – Schnell Mittendrin – 4 Bezirke von unverwechselbar historisch über hip nach facettenreich zu grün“ werden die vier Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf ein touristisches Angebot bereitzustellen, welches die bezirklichen Highlights entlang den U-Bahn-Stationen bis zur entgegengesetzten Endstation Hönow aufzeigt.

Für Marzahn-Hellersdorf kann davon bspw. das Kino Kiste oder das Kulturforum Hellersdorf nach der Wiedereröffnung mit seinen Angeboten in den Sparten bildende Kunst, Musik, Tanz, Theater und Literatur profitieren. Aber sicher auch das Schloss Biesdorf und die Gärten der Welt.

1. Welche Überlegungen gibt es, die entlang der U-Bahnlinie 5 (U5) liegenden Museen und Kulturorte im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der Verlängerung zum Hauptbahnhof sichtbarer zu machen?

2. Welche Chancen für die touristische Erschließung bietet die neuen umsteigefreien Verbindungen zwischen der Museumsinsel sowie bspw. dem Computerspielemuseum, dem Theater an der Parkaue, dem Stasi-Museum, den Gärten der Welt aber auch dem Kulturforum Hellersdorf?

Die U-Bahn-Linie 5 verbindet die vier Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf. Die U5 hat aktuell 20 Stationen, ist und verfügt über den längsten oberirdisch führenden Streckenabschnitt im Berliner U-Bahn-Netz. Ab voraussichtlich Ende 2020 (aktuelle Planung) wird die 18,4 Kilometer lange U5 um eine 2,3 Kilometer lange Tunnelstrecke mit den neuen U-Bahnhöfen Rotes Rathaus, Museumsinsel sowie Unter den Linden bis zum Hauptbahnhof erweitert. Entlang der U5 befinden sich zahlreiche bekannte und weniger bekannte Points of Interest (POIs).

Ohnehin ist zu erwarten, dass die Besucherzahl der „Neuen Mitte“ mit der Fertigstellung aktueller Projekte – allen voran das Humboldt Forum, aber auch durch die Fertigstellung der Renovierung des Deutschen Historischen Museums (DHM) oder die Planung des Flussbads – weiter steigt. Mit der umsteigefreien Verkehrsanbindung können Berlinerinnen und Berliner sowie Besucherinnen und Besucher direkt und komfortabel diese Einrichtungen erreichen. Die verbesserte Erreichbarkeit und Sichtbarkeit bietet den entsprechenden Einrichtungen weitere Möglichkeiten für eine zielgruppenspezifische Ansprache potentiellen Publikums.

Dies kommt zum einen dem Ziel einer breiteren Teilhabe am (geförderten) Kulturangebot der Stadt zugute. Zugleich gehört die Entzerrung der Besucherströme durch die Erschließung der Potentiale in den Außenbezirken zu den wesentlichen Zielen der Tourismuskonzeption 2018+. Diese sollen für die nachhaltige Weiterentwicklung des Tourismus nutzbar gemacht werden.

Wissenschaftliche Arbeiten zum New Urban Tourism zeigen, dass ausgetretene Pfade des klassischen Städtetourismus für die Gäste Berlins, vor allem bei Wiederholungsbesuchen, zunehmend an Attraktivität verlieren. Demgegenüber steigt das Interesse am Besuch von „Geheimtipps“ außerhalb des touristischen Zentrums. Dabei orientieren sich New Urban Tourists an den Insidertipps, die sie mittels digitaler Medien recherchieren oder von Berlinerinnen und Berlinern erhalten. Erkennbar wird dabei auch, dass sowohl Besucherinnen und Besucher als auch die Berliner Stadtbevölkerung dieselben Orte des New Urban Tourism aufsuchen. Insofern bietet die Entwicklung dezentraler Kulturstandorte auch ein erhebliches Potential im Bereich der kulturellen Teilhabe.

Es ist davon auszugehen, dass neben den stark frequentierten, teils bereits überlasteten innerstädtischen Bezirken zahlreiche attraktive Orte in den Außenbezirken über das Potential für eine gezielte touristische Nutzung entwickeln können. Ein bezirksübergreifendes Projekt unter der Federführung des Bezirks Lichtenberg ist derzeit gemeinsam mit visitBerlin in Planung. Das Projekt wird über die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe aus den Zuschüssen für besondere touristische Projekte gefördert und befindet sich derzeit in Vorbereitung. Es soll Ende bis Ende 2020 umgesetzt werden.

Angedacht ist eine Kampagne der touristischen Orte entlang der U5. Die Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf planen mit der Eröffnung der Verlängerung der U5 bis zum Hauptbahnhof ein touristisches Angebot bereitzustellen, welches die bezirklichen Highlights entlang den U-Bahn-Stationen bis zur entgegengesetzten Endstation Hönow aufzeigt. Im Rahmen einer Kampagne „Entlang der U5 – Schnell Mittendrin – 4 Bezirke von unverwechselbar historisch über hip nach facettenreich zu grün“ (Arbeitstitel) sollen durch eine Kombination von verschiedenen Online- und Offlineangeboten sowohl in den Wintermonaten als dann auch in den Sommermonaten Besucherinnen und Besucher in die genannten Bezirke gelockt werden.

In Lichtenberg werden derzeit Konzepte zur Image- und Tourismusentwicklung neu erarbeitet und konzipiert. Bei der Neuausrichtung der Marketingstrategien werden die Potentiale der direkten U-Bahn-Verbindung ebenfalls neu betrachtet. Die Vorteile der direkten umsteigefreien Verbindung liegen für Lichtenberg auf der Hand und werden dem Bezirk, mit seinen attraktiven und facettenreichen touristischen sowie kulturell-künstlerischen Angeboten noch weiter in den Fokus der Berlinbesucherinnen und Berlinbesucher, aber auch der Berlinerinnen und Berliner rücken. Am U-Bahnhof Frankfurter Allee erreichen die Gäste nach wenigen Schritten das Rathaus Lichtenberg, von 1896 bis 1898 im Stil der Backsteingotik erbaut. Gegenüber befindet sich das Theater an der Parkaue und das Weite Theater. Im weiteren Verlauf der U-Bahnstrecke liegt direkt am Ausgang der nächsten Station U-Bahn Magdalenenstraße das Gelände der Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße. Dort befand sich bis 1990 der Sitz der Hauptverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit. Heute ist dieser Ort Zentrum der Sammlung, Dokumentation, Ausarbeitung und Ausstellung. Der Tierpark Berlin, mit der ebenso benannten U-Bahnstation, wird künftig in kürzester Fahrzeit erreichbar sein und damit steigende Zahlen von Besucherinnen und Besuchern verzeichnen. Daneben werden auch Unternehmen der Tourismuswirtschaft wie Hotels, Pensionen und Gastronomie von der direkten Verbindung profitieren.

Auch das Kulturforum Hellersdorf kann nach der Wiedereröffnung mit seinen Angeboten in den Sparten bildende Kunst, Musik, Tanz, Theater und Literatur im Zuge einer bezirksübergreifenden Kampagne beworben werden. Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist zu erwarten, dass neben den Landeseinrichtungen und privaten Einrichtungen auch die kommunalen Einrichtungen, das Kulturhaus „alte feuerwache“ und die Galerie im Turm, stärker in ein übergreifendes touristisches Konzept einbezogen werden können.

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