Einheitliche Basisinfrastruktur Schule – Aufbau Identitätsmanagement

Die Digitalisierung unserer Schulen ist bisher mangelhaft. Nicht zuletzt in der Phase der Schulschließungen durch Corona haben das Schüler*innen, Lehrende und Eltern schmerzhaft erleben müssen. Mit meiner Kollegin Stefanie Remlinger habe ich daher mal nach den technischen Grundlagen (Identitätsmanagement im System Berliner Schule) gefragt (Drucksache 18/23844). Die Antwort ist ernüchternd. An einem Identitätsmanagement wird immer hin gearbeitet. Dieses dann zeitnah für über den Lernraum Berlin hinaus bspw. für einen Messengerdienst für Schulen zu nutzen ist aber nicht einmal geplant. Ich bin sicher, dass darüber nach der Sommerpause weiter gesprochen wird.

Vorbild sollte uns Schleswig-Holstein und Hamburg sein: Schleswig-Holstein und Hamburg wollen künftig den Matrix-Client Element in der Verwaltung und in Schulen benutzen. Der Umstieg betrifft insgesamt 500.000 Nutzerinnen und Nutzer, wie das Startup mitteilt.

1. Welche Planungen gibt es allen Lehrenden in Berlin eine dienstliche E-Mail-Adresse einzurichten?

Aktuell wird an Planungen zu technischen, monetären und organisatorischen Lösungsszenarien gearbeitet.

2. Wie soll das dafür zugrundeliegende Identitätsmanagement organisiert werden?

Lösungsansätze für ein Identitätsmanagement sind ebenfalls Gegenstand der Lösungsszenarien.

3. Gibt es bereits ein LDAP-System oder etwas Vergleichbares für alle Lehrenden?

Derzeit gibt es ein LDAP-System (Lightweight Directory Access Protocol) für die Funktionspostfächer der Schulverwaltungen.

4. Wie ist das Identitätsmanagement für den Lernraum Berlin organisiert?
5. Ist bereits oder ist geplant, den Lernraum Berlin an ein zentrales Identitätsmanagement/LDAP-System für alle Lehrenden anzuschließen?
6. Welche Überlegungen gibt es ein solches Identitätsmanagement auch für Schüler*innen zu etablieren?

Für das Identitätsmanagement werden derzeit Lösungsansätze geplant, die mit Schnittstellen zur Berliner LUSD (Lehrkräfte-Unterrichts-Schul-Datenbank) verknüpft sind. Geplant ist eine übergreifende Verknüpfung der Systeme, um z. B. eine single-sign-on-Lösung (einmalige Anmeldung für mehrere Dienste) zu realisieren. Das geplante ID-Management (Identitätsmanagement) des Lernraum Berlin bezieht die Schülerinnen und Schüler mit ein.

7. Welche Überlegungen gibt es dieses als Basis für einen Messengerdienst oder andere Lernplattformen zu nutzen?

Vorrangig ist das ID-Management für den Lernraum Berlin vorgesehen. Weitere Ausbaustufen sind bisher nicht geplant.

8. Inwieweit ist der Lernraum als verfahrensabhängiges IT-Fachverfahren zu sehen, das im Sinne des EGovernment-Gesetzes Berlin zu sehen und von SenBJF zu verantworten ist?

Der Lernraum Berlin wird mit seinen fachlichen und infrastrukturellen Komponenten von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBildJugFam) verantwortet und ist im Sinne des EGovernment-Gesetzes Berlin (EGovG Bln) als verfahrensabhängiges IT-Fachverfahren zu sehen.

9. Inwieweit erfüllen alle Planungen die Standardisierungsanforderungen des EGovernment-Gesetzes Berlin und sind sie auf einen Betrieb innerhalb des sicheren Berliner Landesnetzes ausgerichtet?

Der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie wurde durch StS Smentek im Schreiben vom 25. Oktober 2018 für den edukativen Bereich der allgemeinbildenden und weiterbildenden Schulen eine Ausnahmegenehmigung von der IKT-Architektur Architektur (IKT = Informations- und Kommunikationstechnik) für das Land Berlin nach § 21 Abs. 2 Satz 3 EGovG Bln erteilt. Diese gilt auf Widerruf, spätestens jedoch bis zum 31. Dezember 2021. Im selben Schreiben wurde um die Vorlage eines Zielbildes der künftigen IKT-
Architektur sowohl für die schulische Verwaltungs-IKT als auch der edukatven IKT beim Architekturboard der IKT-Steuerung gebeten, was termingerecht erfolgt ist. Am 6. August 2019 wurde durch SenBildJugFam dem Architekturboard Berlin das erarbeitete Zielbild der IKT-Architektur im Berliner Schulwesen vorgestellt. Der Lernraum Berlin erfordert von seinen fachlichen Anforderungen einen grundsätzlichen Zugriff aus dem Internet. Nach den Vorgaben der IKT-Steuerung sind Zugriffe auf bzw. über das sichere Berliner Landesnetz ausschließlich Landesbediensteten erlaubt. Die Entwicklung des Lernraum Berlin begann vor ca. 10 Jahren. Die Standardisierungsanforderungen des EGovernment-Gesetzes sind in die Planungen eingezogen.

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