Drei Jahre, keine Plattform: Der Senat kommt bei Low-Code nicht voran
Während mittels generativer KI ganze Anwendungen in wenigen Tagen entwickelt werden, schafft der Senat es seit drei Jahren nicht, eine einheitliche Low-Code-Plattform einzuführen. Trotz der Beteiligung an einer interföderalen Ausschreibung verschläft der Senat, seinen Verwaltungsmitarbeiter*innen ein Tool an die Hand zu geben, um schnell kleine Lösungen zu entwickeln, die Probleme lösen und Prozesse automatisieren können. Ein neuer Bericht im Haushaltsausschuss (rote Nr. 2655 AD) zeigt, dass trotz einer gemeinsamen Ausschreibung mit dem Bund immer noch nicht feststeht, welche Low-Code-Plattformen eingesetzt werden sollen. Von drei Plattformen hat sich der Senat nicht einmal auf die erste verständigt.
Eine Low-Code-Plattform bietet eine einfache visuelle Entwicklungsumgebung, in der Anwendungen per Drag-and-Drop erstellt werden können. Sie stellt oft eine Reihe von Vorlagen und Templates zur Verfügung, die bereits vorkonfiguriert sind und bestimmte Funktionen abdecken. Damit können Anwendungen schneller entwickelt werden und es entsteht ein agiles und effizientes Vorgehen bei der Digitalisierung von Verwaltungsprozessen. Durch die einfache Bedienung und den Verzicht auf umfangreiche Programmierung können Mitarbeiter*innen in der öffentlichen Verwaltung selbstständig digitale Lösungen entwickeln und diese anpassen.
Anfang 2023 gab der Senat bekannt, dass sich das Land Berlin an einer interföderalen Ausschreibung mit dem Bund und anderen Ländern beteiligt. Der Behördenspiegel berichtete im November 2025, dass die vier Low-Code-Lösungen bzw. Automatisierungsplattformen Appian, Pega, ServiceNow und OutSystems über einen Rahmenvertrag zur Verfügung stehen. Der Senat hatte bekannt gegeben, im ersten Quartal 2026 den ersten Meilenstein zu erreichen: die Entscheidung (Bericht 0386), welche Low-Code-Plattformen in Berlin eingesetzt werden. Im Juni gab der ehemalige CDO bekannt, das Projekt auf „on-hold” zu stellen. Grund war eine Abfrage der Senatsverwaltungen, welche Low-Code-Lösungen eingesetzt werden. Die Antworten fielen jedoch widersprüchlich aus und insgesamt lagen sechs unterschiedliche Berichte vor. Also großes Chaos.
Immerhin: Wenn eine Einigung über die erste von drei Lösungen erfolgt ist, soll der IT‑Dienstleister Berlin (ITDZ) beauftragt werden. Zu hoffen ist, dass das ITDZ von Anfang an eingebunden ist und es hier nicht noch zu weiteren Verzögerungen kommt.
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