Verkehrliche Anbindung des Unfallkrankenhauses in Marzahn (UKB)

Immer wieder wenden sich Bürger*innen an mich, die die Anbindung des Unfallkrankenhauses in Marzahn (UKB) an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kritisieren. Ich teile diese Kritik und habe mich daher mit Fragen an den Senat gewandt (Drucksache 18/24810). Die Antworten sind leider nicht wirklich zufriedenstellend. Lichtblick ist der Plan für die Einrichtung einer zusätzlichen Haltestelle für die Buslinie 154 auf Höhe des Spatenweges an der ARONA Klinik für Altersmedizin, um dem Ausbau des Gesundheitsstandortes am Blumberger Damm Rechnung zu tragen.

Die Erschließung des Unfallkrankenhauses in Marzahn (UKB) mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) entspricht den Vorgaben des Nahverkehrsplans, auch hinsichtlich der besonderen Anforderungen für Seniorinnen und Senioren und mobilitätseingeschränkte Fahrgäste. Eine weitere Bushaltestelle ist geplant und wird zwischen den zuständigen Akteuren abgestimmt (u. a. Bezirk, BVG). […] Um dem Ausbau des Gesundheitsstandortes am Blumberger Damm Rechnung zu tragen, stimmt die BVG derzeitig die Einrichtung einer zusätzlichen Haltestelle für die Buslinie 154 auf Höhe des Spatenweges ab. […] Eine umsteigefreie Direktverbindung zwischen dem S+U-Bahnhof Wuhletal und dem Unfallkrankenhaus Marzahn mit den Linien 191 und/oder 291 wird derzeitig nicht geplant.

Senat und BVG sollten die unzureichende Situation nicht schönreden. Für Menschen aus dem Siedlungsgebiet bleibt der Umstieg am U-Elsterwerdaer Platz nötig. Und eine Anbindung an den S-/U Wuhletal ist aktuell ebenfalls nicht geplant. All dies ist keine Werbung für einen attraktiven ÖPNV und die nötige Verkehrswende. Richtig ist wohl das Argument, dass ein einheitlicher 10-Minuten-Takt aufgrund der Anschlüsse in Köpenick und der Vertaktung mit der Buslinie 269 nicht realisierbar ist.

Ich werde mich weiter dafür einsetzen, eine umsteigefreie Verbindung aus dem Siedlungsgebiet (über den Bus X69 hinaus) zu schaffen und die Anbindung an den S/U-Wuhletal zu verbessern. Für die Zukunft ist folgender Teil der Antwort interessant: „In einem Forschungsprojekt wird derzeit die Tauglichkeit von hochautomatisierten Shuttles für den ÖPNV untersucht. Erst nach Erhalt der Ergebnisse können ggf. weitere Projekte und Einsatzgebiete (wie z.B. die Anbindung des Unfallkrankhauses in Marzahn) genauer auf Tauglichkeit untersucht werden.

Frage 1: Wie bewertet der Senat die verkehrliche Anbindung des Unfallkrankenhauses in Marzahn (UKB) in Hinblick aus Senior*innen und mobilitätseingeschränkte Personen?

Die Erschließung des Unfallkrankenhauses in Marzahn (UKB) mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) entspricht den Vorgaben des Nahverkehrsplans, auch hinsichtlich der besonderen Anforderungen für Seniorinnen und Senioren und mobilitätseingeschränkte Fahrgäste. Eine weitere Bushaltestelle ist geplant und wird zwischen den zuständigen Akteuren abgestimmt (u. a. Bezirk, BVG).

Die BVG teilt hierzu mit: „Das Unfallkrankenhaus Marzahn ist durch die Buslinien X69 und 154 an der Haltestelle Rapsweg/Unfallkrankenhaus an das Netz des öffentlichen Personennahverkehrs angebunden. Die Busse der BVG sind für mobilitätseingeschränkte Menschen nutzbar. Alle Busse sind niederflurig und mit einer Rampe ausgestattet. An den Haltestellen wird der Bus automatisch abgesenkt. Um dem Ausbau des Gesundheitsstandortes am Blumberger Damm Rechnung zu tragen, stimmt die BVG derzeitig die Einrichtung einer zusätzlichen Haltestelle für die Buslinie 154 auf Höhe des Spatenweges ab.“

Frage 2: Wie bewertet der Senat die Verschlechterung der Anbindung auf nur noch einen 20-Minuten-Takt?
Frage 3: Welche Ziele sollten damit mit dieser Angebotseinschränkung erreicht werden und wurden diese dann in der Realität erreicht?
Frage 4: Welche Möglichkeiten sieht oder plant der Senat, die ÖPNV-Anbindung wieder auf ein übliches Niveau mit einem 10-Miuten-Takt zu verbessern?

Die BVG teilt hierzu mit: „Im Angebot der Buslinien, welche das Unfallkrankenhaus anbinden, gab und gibt es keine Einschränkungen. Die derzeitige Anbindung des UKB vom Elsterwerdaer Platz kommend, erfolgt mit den Buslinien X69 und 154. Der Fahrtenabstand zwischen den Buslinien X69 und 154 im Bereich Blumberger Damm resultiert aus den für die jeweilige Linie festgelegten Anschlussprioritäten. Die Fahrplanlage der Buslinie X69 ist so gestaltet, dass zum einen ein Anschluss zur S3 am S-Bahnhof Köpenick angeboten werden kann und zum anderen eine gleichmäßige Vertaktung mit der Buslinie 269 besteht. Die Buslinie 154 ist an Anschlüsse am Elsterwerdaer Platz sowie am Prerower Platz gebunden. Daraus ergibt sich über einen Großteil der Tageszeit ein Fahrtenabstand der Buslinien X69 und 154 von 13 Minuten bzw. 7 Minuten auf dem gemeinsam befahrenen Abschnitt Blumberger Damm [im Bereich des Unfallkrankenhauses]. Eine Anpassung der Fahrtenlage zu Gunsten eines einheitlichen 10 Minuten Abstandes würde die bisherigen Anschlussprioritäten aufheben und zu Verschlechterungen der Umsteigesituation beider Linien führen. Mit diesem Angebot wird das Unfallkrankenhaus Marzahn entsprechend den Kriterien des Nahverkehrsplan Berlin und der Höhe der Fahrgastnachfrage erschlossen. Gegenwärtig untersucht die BVG in Zusammenarbeit mit dem Aufgabenträger Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Expressbusnetzes. In Abhängigkeit der Untersuchungsergebnisse und bei entsprechender Nachfrage wäre eine Angebotsausweitung auf der Buslinie X69 eine mögliche Maßnahme.“

Frage 5: Wann wird eine Weiterführung der Buslinien 190 oder 169 über den U Elsterwerdaer Platz in Richtung Unfallkrankenhaus umgesetzt?
Frage 6: Welche Pläne gibt es für eine Anbindung des S/U-Wuhletal an das UKB (für mobilitätseingeschränkte Personen?)
Frage 7: Welche Perspektive hat eine Anbindung der Buslinien 191 oder/und 291 an die Bushaltestelle Unfallkrankenhaus?

Vom U-Bahnhof Elsterwerdaer Platz ist das Unfallkrankenhaus mit den Buslinien X69 und 154 erreichbar. Dieses Angebot ist nach Einschätzung des Senats passend dimensioniert. Es bestehen keine Planungen zu einem Parallelangebot durch die Linien 190 oder 169. Eine umsteigefreie Direktverbindung zwischen dem S+U-Bahnhof Wuhletal und dem Unfallkrankenhaus Marzahn mit den Linien 191 und/oder 291 wird derzeitig nicht geplant.

Die BVG teilt hierzu mit: „Ein Zusatzangebot, welches über das in der Beantwortung der Fragen 2,3 und 4 beschriebene Angebot hinausgeht, müsste durch eine deutlich höhere Nachfrage gerechtfertigt sein. Eine Weiterführung der Buslinien 190, 169 sowie 191 und 291 würde im Bereich Blumberger Damm zu einem unerwünschten und unwirtschaftlichen Überangebot an Fahrten führen.“

Frage 8: Welche Rolle kann hier perspektivisch ein autonom fahrendes Fahrzeug spielen, um mobilitätseingeschränkte Menschen auf dem direkten Weg in die Nähe des (Haupt)Eingangs zu bringen?

Der Nahverkehrsplan Berlin sieht in seiner Laufzeit den Einsatz autonomer Fahrzeuge ausschließlich im Rahmen von Forschungsprojekten vor. Ein autonom fahrendes Fahrzeug als Teil des ÖPNV ist aktuell auf Basis des Nahverkehrsplans nicht vorgesehen. Mit autonom fahrenden Fahrzeugen besteht für Personen mit eingeschränkter Mobilität gegebenenfalls eine zusätzliche Möglichkeit, am allgemeinen Mobilitätsleben verstärkt teilzunehmen. Für den Einsatz müssen jedoch die lokalen Gegebenheiten genauer untersucht und ggf. angepasst bzw. das vorhandene Streckennetz für autonom fahrende Fahrzeuge ertüchtigt werden. In einem Forschungsprojekt wird derzeit die Tauglichkeit von hochautomatisierten Shuttles für den ÖPNV untersucht. Erst nach Erhalt der Ergebnisse können ggf. weitere Projekte und Einsatzgebiete (wie z.B. die Anbindung des Unfallkrankhauses in Marzahn) genauer auf Tauglichkeit untersucht werden.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.