Klimaschutz selber machen: eine Solar-Anlage für den Balkon

Sie heißen Plug-and-Play-Solar, Balkonkraftwerk oder Guerilla-PV. Gemeint sind kleine Photovoltaik-Anlagen mit einem maximalen Nennwert von 600 Watt. Es gibt viele Gründe, warum es sich lohnt, sich ein Mini(Balkon)-Solar-Kraftwerk anzuschaffen, sei es der Umweltschutz, die Autarkie oder einfach um Geld zu sparen. Bereits zwei 300 Watt-Module können zwischen 15 und 20 Prozent des Jahresstrombedarfs eines Durchschnitthaushalts erzeugen. Darüber haben wir am 26. März 2021 mit Christian Ofenheusle von machdeinenstrom.de, Silvio Kraft sowie Maya Richter von der Grünen Jugend Ost gesprochen.

Wie in der Veranstaltung gewünscht und zugesagt, hier der Versuch einige Informationen nochmal zu teilen. Wie können Mieter:innen zu nachhaltigen Energieerzeuger:innen werden und dabei noch Stromkosten sparen. Wichtig: wenn sie Fragen haben oder unsicher sind, ob sich eine Stecker-Solaranlage zum Anhängen am Balkon wirtschaftlich lohnt, lassen sie sich fachkundig beraten!

  1. Welche Voraussetzungen sollten sie im Blick haben: Es müssen nur wenige Voraussetzungen für eine Stecker-Solaranlage erfüllt werden. Diese funktioniert auch auf kleinen Balkonen, denn sie können diese einfach an den Balkon außen anhängen. Es muss allerdings eine Außensteckdose auf dem Balkon vorhanden sein. Es muss in der Regel keine Einwilligung vom Vermieter eingeholt werden, da die Mini-Anlage wie ein Sichtschutz oder Balkonmöbel behandelt werden kann.
  2. Auswahl der Mini-Solaranlage: Sie sollten vor dem Kauf bei mehreren Anbietern Angebote vergleichen. Dazu ist es gut, den eigenen Grundverbrauch zu kennen. Als allgemeine Orientierung gilt aber: Die Anlage sollte mindestens 600 Watt Leitung haben. Auch wichtig ist, auf die relevanten Zertifikate zu achten. ISO-Normen sollten für die einzelnen Anlagen vom TÜV zertifiziert sein.
  3. Anmeldung: Die Stecker-Solaranlage muss beim eigenen Netzbetreiber sowie beim Online-Verzeichnis der Bundesnetzagentur (Marktstammdatenregister) angemeldet werden. Das kann über ein entsprechendes Online-Formular passieren.
  4. Stromzähler und Steckdose Prüfen: Der Netzbetreiber muss informiert werden, damit festgestellt werden kann, ob der richtige Stromzähler in der eigenen Wohnung schon vorhanden ist. Wenn bis jetzt nur ein Ferrarus-Zähler installiert ist, kann es dazu kommen, dass der Zähler rückwärts läuft, was zu Problemen führen kann. Denn die Mini-Solaranlage erzeugt immer dann Strom, wenn genügend Sonne scheint, selbst wenn sie nicht zu Hause sind. Wenn dann mehr Strom erzeugt wird, als von den Standby-Geräten benötigt, würde der Zähler rückwärts laufen. Damit das nicht passiert, muss ein rücklaufgeschützter Zähler oder ein modernerer Zweirichtungszähler vorhanden oder ggf. nachgerüstet werden. Auch die Steckdose muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Es muss sich um eine sogenannte Energiesteckdose handeln. Die Anlage darf an keine „Schuko“(=Schutzkontakt)-Steckdose angesteckt werden, da sie Strom erzeugt und nicht verbraucht. Solch eine Steckdose kann von einem Elektriker oder der Hausverwaltung problemlos nachgerüstet werden.
  5. Stecker rein und Energie gewinnen: Nun kann die Mini-Solar-Anlage erworben werden. Gebrauchte Anlagen gibt es auch günstig über Online-Kleinanzeigen. Bei der Lieferung/ Abholung sollte darauf geachtet werden, dass die Paneele nicht beschädigt sind. Dann nur noch die Anlage an den Balkon anhängen, Stecker einstecken und schon kann es losgehen mit der nachhaltigen Energiegewinnung vom eigenen Balkon.
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