Open-Data im Ausschuss für Digitalisierung und Datenschutz

In 2011 wurde eine Open-Data Strategie für Berlin beschlossen und das Datenportal daten.berlin.de ging online. Zehn Jahre später, im Jahr 2021, trat die Open-Data Rechtsverordnung (OpenDataRV) in Kraft. In der Sitzung des Ausschusses Digitalisierung und Datenschutz haben wir das Thema auf die Tagesordnung gesetzt und der CDO Dr. Kleindiek berichtet über den aktuellen Stand der Berliner Open-Data Strategie.

Zu den Erfolgsfaktoren von Open-Data in Berlin zählen: der Rechtsrahmen, die personelle Ausstattung, die Integration in die Verwaltungs-IT, Informationsangebote, das Verständnis von Open-Data als ein eigenes Ökosystem und Veranstaltungen für Verwaltung in Form von Workshops, aber auch mit der Zivilgesellschaft wie Hackathons oder Berlins Open-Data Day (BODDy) welcher ebenfalls sein 10-Jähriges Jubiläum im letzten Jahr hatte.

Um Open-Data in der Verwaltung zu etablieren, haben, mit Ausnahme von zwei, alle Senatsverwaltungen Open-Data-Beauftragte ernannt. Auch bei den Bezirken gibt es, mit Ausnahme von einem, überall Open-Data-Beauftragte, die Kollegen*innen weiterbilden und Dateninventuren erstellen. Es wurden 70 Anwendungen auf Open-Data Tauglichkeit geprüft. 50 % von diesen enthielten keine und 30 % nur geringe veröffentlichungspflichtige Daten. Außerdem sind 13 Anwendungen potenziell über eine API (Application Programming Interface) anzuschließen.

Screenshot einer Präsentation über Berlin Open-Data.
Kennzahlen zu Open-Data Berlin 2021 in einem Blick. Präsentation im Ausschuss für Digitalisierung und Datenschutz, 19. Wahlperiode, Abgeordnetenhaus von Berlin, 06.04.2022.

Wie wird sich Open-Data in Berlin weiterentwickeln? Ein Ausblick gibt das 5-Sterne Modell, welches von Tim Berners-Lee vorgeschlagen wurde. Jeder Stern im 5-Sterne Modell stellt dabei eine Entwicklungsstufe von Open-Data dar.

  • 1 Stern bedeutet, dass Daten, egal welchen Formats, unter einer offenen Lizenz online gestellt werden.
  • 3 Sterne, auf dieser Stufe befindet sich Berlin, bedeutet, dass Daten unter einer offenen Lizenz, strukturiert und maschinenlesbar und in freien Formaten (CSV statt Excel) zur Verfügung gestellt werden.
  • 5 Sterne würden letztlich bedeutet, dass neben den oben genannten Kriterien alle Daten eine einzigartige Identifikation haben (URIs) und miteinander verlinkt sind und so Kontexte sichtbar werden.

Mehr zum 5-Sterne Modell, den Kriterien und den Vorteilen für Nutzer*innen und Verwaltung findet Ihr auf: 5stardata.info.

Damit Berlin den 5. Stern erreicht, braucht es eine breite Vernetzung innerhalb der Verwaltung so wie mit Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Forschung. Der CDO Dr. Kleindiek betonte aber auch, dass es dafür einen Kulturwechsel in der Verwaltung benötigt, von einer Hol-Schuld hin zu einer Bring-Schuld der Verwaltung. Zudem wird Open-Data in Zukunft in die Senatsverwaltung für Inneres, Digitalisierung und Sport angesiedelt und ist somit im gleichen Haus wie Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung, also genau dort, wo sich die Themen überschneiden.

Im Haushaltsplan stehen bereits auch neue Stellen für Open-Data zur Verfügung und wie im Koalitionsvertrag festgeschrieben, wird auch das neue Transparenzgesetz für Open-Data in Berlin ein Schub nach vorne sein. Wer sich die gesamte Präsentation und Debatte anschauen will, kann dies auf YouTube tun. Termine zu Open-Data Veranstaltungen finden sich auf der Berliner Open-Data Website und wer sich in Open-Data einlesen möchte, dem kann ich das Open-Data Handbook der Open Knowledge Foundation empfehlen.

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