Im ÖPNV bald bezahlen mit Girocard?
Die BVG arbeitet mit ihrer Mobilitätsplattform MAX an einer einheitlichen zukunftsfähigen Plattform für Vertriebs- und Informationssysteme im ÖPNV. Ziel ist aber nicht nur ein hoher Funktionsumfang auf Kundenseite („Frontend“), sondern auch eine flexible und einheitliche Backend-Infrastruktur, die die Anforderungen der ÖPNV-Unternehmen erfüllt. Doch das ganze Vorhaben lässt weiter auf sich warten und stand zuletzt auch inhaltlich in der Kritik.
In einer Anfrage mit meiner Kollegin habe ich nach dem Stand und insbesondere auch nach dem „Account-Based Ticketing“ gefragt (Drucksache 19/26392). Damit wären keine Fahrscheine, Extra-Apps oder VBB‑FahrCards mehr nötig, sondern die Girocard oder sogar der Führerschein und Personalausweis würden als Ticketträger funktionieren. Ich finde das sind gute Nachrichten. Mit der Girocard hätten wir dann auch eine digital souveräne Alternative zur “VISA-Lösung” aus anderen Städten. Leider nennt die BVG keinen genauen Zeitplan für die Umsetzung.
In Sachen MAX bleibt es weiter unkonkret. Die MAX-App soll nicht nur eine technische Lösung sein, sondern auch eine Branchenlösung, die den DB Navigator für den Fernverkehr ergänzt. Aber erst nach Abschluss der laufenden Gespräche soll der bisherige Zeitplan überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Langfristig will die BVG durch Skaleneffekte Kosten senken und das System gemeinsam mit anderen Verkehrsunternehmen weiterentwickeln. Bisher gibt es Grundsatzvereinbarungen mit der Hamburger Hochbahn, der MVG München und der Rheinbahn Düsseldorf. Doch viele Fragen sind noch offen. Damit bestätigt sich das Bild aus dem Ausschuss für Digitalisierung und Datenschutz: Die BVG arbeitet an der Umsetzung ihrer One-App-Strategie, doch es wird noch einige Zeit dauern.
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