Ausschussanhörung: Wie weiter mit der Schulreinigung

Fast jede:r ist in seinem Leben bereits direkt oder indirekt mit Gebäudereinigung oder Reinigungsfirmen in Kontakt gekommen. Sie sorgen schließlich im optimalen Fall dafür, dass Schulen, Arbeitsplätze und andere Einrichtungen gewissen Hygienestandards entsprechen. Jedoch sind leider genau in diesem Bereich auch Mängel anzutreffen, die sich verständlicherweise kein:e Arbeitgeber:in, -nehmer:in oder Schüler:in wünscht. Die oft prekären Arbeitsbedingungen in der Branche sind nichts neues und nach wie vor keine Basis für zufrieden stellende Arbeit.

Unbefriedigende Ergebnisse der Reinigungsarbeit können unterschiedlich aussehen und haben demnach unterschiedliche Ursachen. Dass bspw. der Klassenraum zu Beginn des Schultags nicht sauber vorgefunden wird, ist unerfreulich, doch ob die Ursache hierfür ein Personalmangel seitens der Reinigungsfirma, ein hoher Zeitdruck bzw. zu große zu säubernde Bereiche für das wenige Personal, eine mangelnde Wertschätzung der Arbeit von Seiten der Schüler:innen oder einfach schlecht verrichtete Arbeit ist, lässt sich im Nachhinein oft schwer sagen. Auch der simple verbale Kontakt zwischen Schüler:innen, Lehrer:innen, Hausmeister:innen und dem Reinigungspersonal oder eine Rückmeldung zur erledigten Reinigungsarbeit ist aufgrund der hauptsächlich nachmittags und abends vorliegenden Arbeitszeiten sehr schwierig oder gar nicht möglich.

In der Juni-Sitzung des Unterausschuss Bezirke fand nun eine Anhörung zum Thema “Aktueller Stand der Überlegungen zur Umsetzung der Rekommunalisierung der Schulreinigung” statt. Sie kann im folgenden Video noch einmal gesehen werden.

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Erfahrungen in den Bezirken zeigen: Das Konzept der Tagesreinigung kann zumindest teilweise Abhilfe schaffen. Hierbei würden (zusätzliche) Reinigungsarbeiten auch in den Zeiträumen geschehen, in denen Menschen aktiv in den Einrichtungen handeln. Es wird oft angepriesen, dass dieser Kontakt den Aufbau einer Bindung zwischen dem Personal/den Schüler:innen und den Reinigungskräften stärken würde und somit mehr Respekt für die ausgeführte Arbeit vorhanden sei. Mehr Informationen finden Sie in einem aktuellen Bericht aus dem Projekt “Joboption Berlin” zur Einführung der Tagesreinigung in Berlin (PDF).

Aber auch über die Rekommunalisierung der Reinigungsfirmen wurde diskutiert. Leider bringt auch diese Idee nicht nur Vorteile mit sich. Wäre dies der Fall, würden sie sicherlich bereits überall umgesetzt werden.

Zuallererst würden die beschriebenen Maßnahmen das Land Berlin nicht geringe Summen an finanziellen Mittel kosten, um sie umzusetzen. Weiterhin würden sie einen Eingriff in teils mäßig bis gut funktionierende Abläufe darstellen, welcher nicht überall notwendig ist und für mehr Chaos als Hilfe sorgen kann. Besonders bei Einrichtungen, die gerade so einen stabilen Rhythmus der Kommunikation und Zusammenarbeit mit dem Reinigungspersonal geschaffen haben, kann dies kompliziert und unnötig wirken und auf Ablehnung treffen.

Mein Fazit der Anhörung: der zentrale Fokus muss auf der Qualität der Reinigungsarbeit liegen und wie man jene Gewährleisten kann. Die Methode dazu kann in verschiedenen Einrichtungen, Reinigungsfirmen und Menschengruppen unterschiedlich aussehen. Wichtig wäre jedoch, allgemein-gültige Qualitätskriterien aufzustellen, anhand welcher die Reinigungsarbeit bewertet und wenn nötig die jeweiligen Schritte zu Verbesserung getroffen werden können.

Die Senatsverwaltung hat hierzu bereits eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Dieser erste Schritt ist dann Grundlage mit dem kommenden Haushalt einen weiteren Schritt in Richtung saubererer Arbeits- und Schulplätze und verstärkterer Wertschätzung der Reinigungsarbeit zu gehen.

Der Beitrag wurde wesentlich verfasst von Hendrike Nobis.

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