Größte archäologische Grabung Berlins – Siedlung Habichtshorst in Biesdorf

Bis Ende Januar war im Neuen Museum eine Ausstellung zu Berlins größter Grabung – dem Forschungsareal Biesdorf – zu sehen. Ich habe das Ende der Ausstellung zum Anlass genommen, nach den weiteren Plänen zu fragen. Berlins größte Ausgrabung fand 1999 bis 2014 bauvorbereitend in Biesdorf statt – auf gut 22 Hektar Fläche konnten 10.000 Jahre Siedlungsgeschichte an der Wuhle dokumentiert werden, bevor hier erneut Häuser gebaut wurden.

Ein kleiner Teil wird in der Dauerausstellung des Bezirksmuseums Marzahn-Hellersdorf gezeigt, weitere Teile werden im Archäologischen Haus am Petriplatz zu sehen sein. Nach der umfangreichen Sonderausstellung im Neuen Museum sind derzeit keine weiteren Sonderausstellungen geplant.

1. Wo befinden sich die Exponate der Siedlung Habichtshorst aus der größten archäologische Grabung Berlins?

Die Exponate werden treuhänderisch vom Museum für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin Stiftung Preußischer Kulturbesitz verwahrt.

2. Befinden sich die Überreste der alten Gemäuer noch im Untergrund und – wenn ja – ist eine dauerhafte Freilegung aus Sicht des Senats erstrebenswert?

Die damalige Besiedlung hinterließ Erdbefunde, keine Gemäuer. Lediglich ein aus Feldsteinen errichteter germanischer Kalkbrennofen wurde geborgen und im Museumspark Rüdersdorf wiederaufgebaut.

3. Welche Nachfolgeausstellungen sind nach der Sonderausstellung im Neues Museum, die im Januar 2021 zu Ende ging, geplant.

Nach der umfangreichen Sonderausstellung im Neuen Museum sind derzeit keine weiteren Sonderausstellungen geplant.

4. Wie werden die Exponate zukünftig dauerhaft der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich ausgestellt?

Ein kleiner Teil wird in der Dauerausstellung des Bezirksmuseums Marzahn-Hellersdorf gezeigt, weitere Teile werden im Archäologischen Haus am Petriplatz zu sehen sein.

5. Wie viele Exponate wurden insgesamt ausgegraben?

Ausgegraben wurden rd. 14.500 Einzelfunde, überwiegend Scherben von Gefäßkeramik.

6. Wie viele wurden in der Sonderausstellung ausgestellt?

Ausgestellt wurden 93 Exponate, darunter 75 Exponate aus den neuen Grabungen und 18 Exponate von Altgrabungen.

7. In wessen Besitz befinden sich die Exponate?

Die Exponate gehören dem Land Berlin.

8. Ist im Jahr 2021 oder 2022 eine Ausstellung im Bezirk, beispielsweise im Schloss Biesdorf, möglich oder bereits in Planung? Wenn ja – wie? Wenn nein – warum?

Das Bezirksmuseum plant aus unten aufgeführten Gründen keine Sonderausstellung zu den archäologischen Grabungen in Biesdorf:

  1. Die Ausstellung wurde bereits (abzüglich Schließzeiten wegen Corona) von Oktober 2019 bis Januar 2021 im Neuen Museum präsentiert. Eine größere Resonanz bei einer vergleichbaren Ausstellung in Marzahn-Hellersdorf wäre nicht zu erwarten.
  2. Die Planungen des Bezirksmuseums sind bereits bis ins Jahr 2023 abgeschlossen.
  3. Über die Grabungen in Biesdorf wird bereits in der Dauerausstellung des Bezirksmuseums, im Teil zur Ur- und Frühgeschichte informiert. Neben anderen Funden ist dort auch ein Lackprofil eines der ausgegrabenen Brunnen zu sehen. Dieses Exponat war Bestandteil der Ausstellung im Neuen Museum. Die Anfertigung einer Replik der bekannten „Hirschmaske“ für die Dauerausstellung des Bezirksmuseums ist geplant.

Das Schloss Biesdorf ist die kommunale Galerie des Bezirks Marzahn-Hellersdorf. Aufgabe der Galerie ist, Werke der bildenden Kunst und des kulturellen Erbes auszustellen. Eine Ausstellung über Ur- und Frühgeschichte gehört nicht zur programmatischen Ausrichtung von Schloss Biesdorf.

9. Welche Hinweise auf die archäologischen Ausgrabungen in Biesdorf gibt es vor Ort und wie ist die Markierung für die vorgeschichtlichen Wohnbauten konzipiert?

In den Schmetterlingswiesen in Biesdorf-Süd befinden sich ein maßstäbliches Modell aus Metall eines germanischen Gehöftes und eine Pylone, auf der Informationen zur Grabung und zu den Germanen vor Ort gegeben wird. Es gibt auch im Boden angedeutete Grundrisse der historischen Gebäude des Dorfes mit Hilfe von Holzstämmen und Schotter.

10. Wer verantwortet die Unterhaltung der vorhandenen Hinweistafeln?

In Verbindung mit der Sonderausstellung im Neuen Museum wurde die unter Antwort zu 9. benannte Vor-Ort-Ausstellung durch das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf überarbeitet und neugestaltet. Die Unterhaltung der Ausstellung obliegt dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf. Für die Pflege der Informationstafeln ist das Straßen- und Grünflächenamt (SGA) zuständig.

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