Ein Quartier für Alle – Vorbild Inklusionskonzept für Springpfuhl

Im Mai besuchte ich die Ausstellung „Auf dem Weg zum „Inklusiven Quartier“ Marzahn Springpfuhl/Südspitze“ in Begleitung von Constance Cremer i.a. von Stattbau Berlin. Die Arbeit ist einmalig in Berlin und hoffentlich Beispielgebend auch für andere Stadträume.

In Rahmen und im Nachgang der Zukunftswerkstatt – Gemeinsam zu einer Vision für Mahlsdorf & Kaulsdorf wurde das Thema Barrierefreiheit und Inklusion von vielen Bürger*innen an mich herangetragen. In den kommenden Monaten werde ich daran arbeiten aus dem Vorarbeit für das Quartier Marzahn Springpfuhl/Südspitze für Mahlsdorf und Kaulsdorf Vorschläge zu entwickeln.

Die Ausstellung präsentiert die Ergebnisse einer detaillierten Quartiersanalyse mit den Schwerpunkten Barrierefreiheit und Inklusives Leben im Planungsraum Springpfuhl/ Südspitze. Das Durchschnittsalter beträgt 47,5 Jahren im Bezirk und liegt damit über dem Berliner Durchschnittsalter (42 Jahren). Im Vergleich zu anderen Berliner Bezirken liegt der Trend zu einer steigenden demografischen Entwicklung. Gerade deswegen ist ein Umdenken bei der Barrierefreiheit notwendig. Die alternde Bevölkerung sollte nicht aufgrund von bestehenden Barrieren, wie z.B. mangelhaften Sitzmöglichkeiten in Parkanlagen oder aber fehlenden Treffpunkten ausgeschlossen werden (S. 50-51).


Das Handlungskonzept verfolgt dabei eine Inklusionsidee, die das gemeinsame Zusammenleben in dem Mittelpunkt stell. Jede*r soll Teilhabe bei der Gestaltung und Mitwirkung haben. Mithilfe der Anwohner:innen wurde der Planungsraum durch verschiedene Formen der Sozialraumanalyse eine Bestandsaufnahme vorgenommen. Der Fokus lag auf den Handlungsgebieten inklusive Strukturen des Gebiets, dem Bereichen „Wohnraum, Öffentlicher Raum und der Sozialen Infrastruktur (ab S. 30).

Es erfolgten Postkartenaktionen, „Berollungsaktionen“ in denen mit Lastenräder und Rollstühlen der Planungsraum erkundet wurde und Barrieren, wie z.B. zu steile Bordsteine wahrgenommen werden konnten. Dazu kamen Austauschgespräche mit Bestandshalter*innen der Wohnungsgenossenschaften, um Handlungsbedarfe in den Wohngebäuden aufnehmen zu können. Ebenfalls kam es zum Austausch mit den jüngeren Generationen, welche eine wichtige Rolle spielten für die Aufnahme von Defiziten in der Sozialen Infrastruktur. Der Partizipationsgedanke war ein wichtiger Faktor, da schließlich die Anwohner*innen mitgestalten und -wirken sollten.

Postkartenaktion für die Umfrage der Anwohner*innen
Postkartenaktion mit verschiedenen Sprachen.

Die erfolgte Quartiersanalyse offenbarte Barrieren sowie Potenzial für das Quartier Südspitze/Springpfuhl.

Beschreibung der Schwächen

(Quelle: Handlungskonzept auf dem Weg zu einem barrierefreien und inklusiven QuartierMarzahn – Springpfuhl/Südspitze S. 101/103)

Frau Cremer und ihr Team entwickelten mithilfe der umfangreichen Analysen ein Handlungskonzept, mit empfohlenen Maßnahmen für die Umsetzung eines Barrierefreies Quartier. Dieses Handlungskonzept ist bisher einmalig in Berlin und ein einmalige Chance den Wandel zu einer Inklusiven Stadt weiterdenken zu können.

Es sollte unser aller Aufgabe sein, eine Stadt zu schaffen, welche eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht und die einzelnen Bedürfnisse Aller mit einbezieht.

Ein Verweis sei hierfür das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) aus dem Jahr 2002. „Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.“

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